Laufschuhtest: Newton Neutral Racer

Bitte ebenfalls die aktuelle vergleichende Beurteilung aller hier getesteten Schuhe lesen!

 

Newton Neutral Racer

Der Newton Neutral Racer wirkt auf den ersten Blick etwas merkwürdig, wenn man seine Sohle betrachtet. Unter dem Ballen befinden sich 4 längliche Gummiblöckchen ("Actuator Lugs"), die sich bei stärkerem Druck in Hohlräume versenken, die unter einer Membrane liegen. Ungewöhnlich ist, dass man hier die Dämpfungselemente zur Hälfte außerhalb des Schuhs findet und dass diese unter dem Ballen und nicht wie bei den meisten anderen Schuhen unter der Ferse positioniert sind. Mit der Position der Dämpfungs- oder besser Feder-Elemente spricht der Hersteller bewusst Vor- und Mittelfußläufer an, für die Dämpfungselemente in der Ferse nutzlos sind. Mir ist derzeit kein anderer Schuh (außer weitere Modelle desselben Herstellers) bekannt, der so konsequent einen bestimmten Fußaufsatz unterstützt.

  • Gewicht: ca. 245g
  • Tragekomfort: solange man nicht läuft, fühlt sich der Schuh wegen der Actuator Lugs unter dem Ballen sehr komisch an. Man hat den Eindruck, es klebt was unter dem Schuh, was dort nicht hingehört. Beginnt man dann mit leichtem Traben, wodurch der Fuß mit etwas höherem Druck aufsetzt, fühlt man die Lugs nur noch als leicht federnde Zone unter dem Ballen. Bei schnellen Läufen verschwindet die Wahrnehmung der Lugs-Zone immer mehr und weicht der Wahrnehmung einer leichten Federwirkung, die dem Lauf eine willkommene Dynamik verleiht. Das Obermaterial ist sehr leichtes Mesh, welches dem Fuß eine ganze Menge Beweglichkeit lässt, was den seitlichen Halt nicht gerade fördert. In engen Kurven mag das durchaus nachteilig sein, auf den gängigen Trainings- oder Wettkampfstrecken wird aber fast nur geradeaus oder in sanften Kurven (die Kurven der 400m-Bahn sind völlig problemlos) gelaufen, so dass mir die Beweglichkeit lieber ist als der ganz feste Halt.
  • Dämpfungseigenschaften: für Vor- oder Mittelfußläufer bietet der Schuh eine gute Dämpfung. Für Fersenläufer gibt es zwar auch ausreichend Sohle unter der Ferse, aber die aktiven Elemente des Schuhs werden nicht in geeigneter Weise genutzt.
  • Langstreckeneignung: meine längste Strecke mit dem Neutral Racer war bislang ca. 30 km. Dabei ist mir aufgefallen, dass es aufgrund des weichen Obermaterials und der dadurch möglichen Beweglichkeit der Zehen gut ist, wenn man eine gute Fußhaltung hat (Zehen im Schuh nicht anziehen, Fuß in Laufrichtung aufsetzen). Der Neutral Racer ermöglicht eine entspannte Fußhaltung und belohnt diese mit erholten Füßen auch nach längeren Läufen. Verkrampfte Fußhaltungen lässt er allerdings aufgrund des weichen Meshs ebenfalls zu, was umso mehr ins Gewicht fällt, je länger die gelaufene Strecke ist.
  • Wettkampfeignung: für alle Distanzen gegeben. Die Schuhe sind komfortabel und haben kein hohes Gewicht. Bei kürzeren Bahn-Wettkämpfen als 3000m haben sicher Spikes die Nase vorn.
  • Untergründe: Asphalt und andere harte Böden: gut. In unebenem Gelände habe ich noch keine Erfahrungen mit dem Schuh, ebensowenig auf Schnee und Eis.
  • Haltbarkeit: bislang 200 km gelaufen. Keine nennenswerten Abnutzungen oder Ermüdungen. Die Innensohlen beider Schuhe haben sich allerdings über 2/3 der Länge von der Unterlage gelöst und sind nach vorne zusammengerutscht, nachdem ich ca. 45 Min. mit klatschnassen Schuhen im strömenden Regen gelaufen bin. Hier hilft wie beim Nike Free 3.0 nur doppelseitiges Klebeband.
  • Besonderheiten: Position der Dämpfungselemente (außerhalb des Schuhs und am Ballen).
  • Fazit: es macht Spaß, mit dem Neutral Racer zu laufen. Auch für die schnellen Intervalle im Rahmen des Tempotrainings auf der Bahn ist er gut geeignet. Der Schuh ist allerdings im oberen Preissegment angesiedelt (ich habe 179,- EUR ausgegeben), ich erwarte daher eine entsprechende Haltbarkeit. Das mit der bei Regen abgelösten Innensohle ist eine sehr ärgerliche, aber leicht zu reparierende Kleinigkeit.
Dieser Artikel ist Teil der Serie Der kleine Laufschuhtest
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