Laufen mit leichten Schuhen

Viele tausend Jahre haben sich Menschen barfuß fortbewegt. Die Erfindung und Weiterentwicklung der Schuhe haben es uns ermöglicht, auch dort zu laufen, wo eine Fortbewegung ohne Schuhe nicht möglich ist. Parallel zur Weiterentwicklung der Schuhe wurden die Untergründe verändert: von ausgetretenen und weitgehend natürlichen Pfaden zu befestigten Wegstrecken, über Steinpflaster hin zu asphaltierten Straßen. Mit der Entwicklung der Fortbewegungsmittel wurde das Laufen aus eigener Kraft immer weiter zurückgedrängt, konnte es doch mit der Geschwindigkeit von Pferden, Kutschen, Fahrrädern, Autos und Motorrädern nicht konkurrieren. Im Zuge dieser Entwicklungen haben wir verlernt, mit unseren Füßen weite Distanzen - ich rede von Entfernungen über 10 Kilometer - zurückzulegen. Jeder von uns erlebt eine Schwächung der Füße: während man noch als Kind barfuß über Stock und Stein laufen konnte, ist dies im Erwachsenenalter kaum noch möglich. Verursacht wird dieser Verlust hauptsächlich von zwei Faktoren:

  • Mangelndes Training: wer seine Füße nicht wie von der Natur vorgesehen benützt, schwächt sie.
  • Nicht ans Laufen angepasste Schuhe: unsere heutigen Schuhe sind in erster Linie modische Verzierungen der Füße, nicht aber dazu gemacht, die Füße zu stärken.

Selbst die speziell für die Fortbewegung geschaffenen Wander- oder Laufschuhe stärken unsere Füße nicht, sondern versuchen, sie zu unterstützen (eher im Sinne einer Krücke für den Gehbehinderten). Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass wir mit solcherart unterstützten Füßen nicht in der Lage sein werden, einen natürlichen Laufstil (wieder) zu entdecken, der für unseren Bewegungsapparat förderlich ist.

Einige Hersteller haben inzwischen gemerkt, dass es einen schnell wachsenden Bedarf nach Schuhen gibt, die uns wieder in die Lage versetzen, natürlich zu laufen, und bieten Schuhe an, die sehr wenig Dämpfung und eine nahezu flache Form haben.

Interessant ist nun der Übergang von einem geschwächten, verwöhnten Fuß zu einem starken, natürlich arbeitenden Fuß. Wie zu erwarten, kann es nicht damit getan sein, von stark unterstützenden (aber den Laufstil verderbenden und mannigfaltige Beschwerden oberhalb des Fußes erzeugenden) Schuhen zu den nur gering unterstützenden Schuhen zu wechseln. Zu schnell ist - wenn der Laufstil nicht mit entwickelt wird - eine Überlastung im Bereich der Füße und Unterschenkel erreicht, die kaum zu überwinden ist. Und ein zusätzliches Krafttraining, um die unteren Extremitäten für die höheren Belastungen zu stärken, ist der falsche Weg; wir wollten ja besser laufen und nicht härter trainieren müssen, um die Folgen des besseren Laufens ertragen zu können.

In der mit diesem Artikel begonnenen Serie Laufen mit leichten Schuhen gehe ich auf meine Erfahrungen bei der Nutzung leichter Laufschuhe (bis hin zu absolut minimalistischen Modellen) ein und beschreibe, wo Nutzen und Gefahren des veränderten Laufens liegen.

Mit diesem Artikel beginnt die Serie Laufen mit leichten Schuhen
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