Der Flug des Condors
Stichwort:

Vor einigen Jahren hatte ich das Vergnügen, einen Condor bei einer Greifvogel-Schau auf Teneriffa zu beobachten.

Verglichen mit den meisten anderen Vögeln ist der Condor ein sehr großes und schweres Tier. Er kann eine Flügelspannweite von mehr als 3 Metern und ein Gewicht von über 10 kg erreichen.

Der Condor sollte von einem Turm auf der einen Seite der Arena zu dem Turm auf der anderen Seite fliegen. Zu meiner Überraschung bemühte sich der große Vogel gar nicht, Höhe und Tempo zu gewinnen, sondern ließ sich mit ausgebreiteten Schwingen nach unten gleiten, bis er nur noch einen Meter über dem Boden war. Erst jetzt - inzwischen durch den Sinkflug beschleunigt - machte er einige sanfte Flügelschläge und wurde noch ein wenig schneller; gerade eben so schnell, dass er kurz vor dem Ziel-Turm wieder nach oben gleiten konnte, um mit traumhafter Sicherheit exakt auf den Turmzinnen zu landen.

Quelle: Wikipedia

Dieser Flug des Condors hat sich unausrottbar in mein Mustergedächtnis eingegraben und begleitet mich seitdem bei vielen Aufgaben. Für mich beschreibt das Muster folgenden Ablauf:

  1. Nehme das Ziel ins Visier und verliere es nicht aus den Augen
  2. Fange nicht gleich an zu strampeln, sondern fühle dich in die Aufgabe ein
  3. Sammle dann Kraft und beschleunige
  4. Vertraue darauf, dass du auf dem Weg zum Ziel immer besser wirst und bleibe gelassen
  5. Nimm voller Energie die letzte und meist anspruchsvollste Teilstrecke und erreiche das Ziel aufrecht.

In der Vorbereitung auf einen Marathon kann der Flug des Condors helfen, die Ruhe zu bewahren, auch wenn es lange nicht nach einem wohlstrukturierten Training aussieht.

In diesem Jahr mit all seinen Umstellungen bin ich wieder einmal ganz nah beim Condor: ich habe mir vorgenommen, vor Ablauf von 3 Stunden im Ziel zu sein, habe aber für ein Training mit ausreichend langen Läufen nur 6 Wochen Zeit. Die Zeit davor habe ich nicht vertrödelt, sondern immer wieder Anpassungen am Laufstil im Sinne des ChiRunning vorgenommen, um mit immer weniger Kraftaufwand laufen zu können. Diese Phase entspricht dem Fallenlassen und Energie sammeln des Condors. Jetzt befinde ich mich in einer stabilen Fluglage und kann mit dem Flügelschlagen beginnen, auch wenn schon mehr als die Hälfte einer normalen Marathon-Vorbereitungs-Periode vorbei ist. Wir werden sehen, ob ich es schaffe, auf dem Turm zu landen.

Auf jeden Fall aber fühle ich mich so entspannt wie damals der Condor, als er zu schwingen anfing...

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