Der ChiRunner: er schöpft aus der Erschöpfung

Bei meinem Überdistanzlauf (mit 50km Länge mein bislang längster Lauf überhaupt) habe ich ein seltsames Phänomen beobachtet, welches den Anhängern des ChiRunning Laufstils sicher nicht fremd ist:

Je erschöpfter ich wurde, umso schneller lief ich!

Kein Problem, mag man jetzt denken, dass ist doch nicht schwer. Man muss sich nur deutlich mehr anstrengen. Eigenartigerweise fühlte sich trotz im Zeitablauf wachsender Erschöpfung das Laufen aber nicht anstrengender an!

Ich hab da mal ne Grafik aus den Paces je 5km-Runde erstellt:

Die Punkte liegen auf den 5km-Segmenten des 50km-Laufs:

  • Die roten Quadrate zeigen, wie erschöpft ich mich am Ende der jeweiligen 5km-Runde gefühlt habe.
  • Die blauen Rauten zeigen die Pace der jeweiligen Runde (der erste Punkt zeigt, wie schnell ich in den ersten 5km war, der letzte zeigt die Pace zwischen km 45 und 50 an).

In der ersten der 10 5km-Runden fühlte ich mich noch völlig frisch, daher ist der Erschöpfungsgrad noch knapp über null. Nach 20km (4 Runden) hatte ich immer noch ein unverbrauchtes Gefühl, daher liegt der Erschöpfungsgrad kaum über 10%. Die Erschöpfung stieg dann ab 35km immer schneller an; ein Zeichen, dass ich kaum Läufe in dieser Länge bislang trainiert habe. In der letzten Runde fühlte ich mich zu 90% erschöpft, was sich bei mir dann immer stärker als Verlust der Feinmotorik, Ermattung und "Wie lange ists noch?"-Rechnerei im Kopf äußert.

Gerade in den Runden mit immer stärkerer Ermüdung konzentrierte ich mich immer mehr auf die ChiRunning-Focusses zur Körperhaltung und versuchte (notgedrungen), mit immer weniger Muskeleinsatz zu laufen.

Das Ergebnis ist eine volle Bestätigung der Motivation für ChiRunning:

Lass die Schwerkraft für dich arbeiten, und widersetze dich ihr nicht.

Bei mir nahm der Widerstand gegen das kontrollierte Nach-vorne-Fallen-lassen und Die-Beine-vom-Untergrund-nach-hinten-ziehen-lassen immer mehr ab und ich bremste immer weniger.

Für den Frankfurt-Marathon habe ich nun die Hoffnung, dass dieses Prinzip auch bei der Wettkampf-bedingten Aufregung für mich umsetzbar ist und mir der Mann mit dem Hammer nicht voll auf den Kopf haut, sondern mich nur leise anklopfend daran erinnert, mich so gut es geht zu entspannen.

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