Der Vibram-Kick: barfuß im Wald
Vibram FiveFingers KSO

Nachdem ich die FiveFingers Barfuß-Laufschuhe übers Internet bestellt und schließlich nach ca. 10 Tagen erhalten hatte, konnte es losgehen, allerdings nicht mit dem Loslaufen, sondern erst mal mit dem Anziehen. 10 Zehen wollen in 10 Ausstülpungen der Schuhe gesteckt werden, was eine selten benötigte Feinmotorik voraussetzt. So ist dann auch ein ziemliches Rumdrücken, Schieben und Ziehen angesagt, bevor die Füße richtig in den Schuhen sitzen. Der erste taktile Eindruck gleicht ungefähr dem, wie sich Yeti-Füße anfühlen müssen: da die Zehen des Schuhs eher breit angeordnet sind, läuft man auf großem Fuß. Nach ein paar Minuten Gehen (was der Hersteller ausdrücklich empfiehlt), empfindet man den breiten Fuß aber als angenehm, da es keinerlei seitlichen Druck gibt, der die freie Beweglichkeit einschränkt.

Jetzt gings los: ich hatte mir vorgenommen, im nahen Wald eine 5 km Runde zu laufen. Schon beim langsamen Traben auf dem Asphalt-Weg zum Wald stellte ich fest, wie stark sogar meine bislang "barfüßigsten" Schuhe (Nike Free 3.0) den Aufprall dämpfen. Jetzt aber war ich der Schwerkraft und vor allem der Härte des Straßenbelags unentrinnbar ausgeliefert. Instinktiv - und das macht vermutlich jeder Läufer so - verlagerte ich die Fußkontaktzone auf Ballen und Zehen, so dass das Fußgewölbe den harten Aufprall dämpfen konnte. Nach 800m war der Schreck überwunden, eine gewisse Weichheit im Laufen wieder hergestellt und: der Asphalt zu Ende.
Nun gings in den Wald und der Boden wurde weicher. Statt aber hier voll auf die Kosten zu kommen, taten mir schon nach kurzer Zeit bestimmte Stellen der Fußsohle verdammt weh: genau jene Stellen, mit denen ich wiederholt auf spitzen Steinen aufgekommen war. Die FiveFingers geben nur Schutz gegen Schnitte in der Haut, lassen aber den Druck herausstehender Steine fast unvermindert durch. Im Laufe der 5 km Runde verbesserte ich zwangsläufig die Auge-Fuß-Koordination (bloß keine spitzen Steine treffen!) und erfuhr die enorme Federkraft der Wadenmuskulatur, die Dynamik und Schnelligkeit des Vorfußlaufs und eine unbändige Freude einer längst vergessenen Motorik. Mir war klar: hier hatte mein natürliches Laufen eine schöne, aber stellenweise schmerzhafte Wiedergeburt erfahren.

Nachsatz: ich habe innerhalb einer Woche drei immer länger werdende (fast) Barfuß-Läufe unternommen. Die Freude am natürlichen Bewegungsablauf wurde aber immer heftiger durch

  • einen unvergleichlichen Muskelkater
  • versehentliches spitze-Steine-Treffen und
  • eine schnell wachsende Überlastung der Kniegelenke durch den vergleichsweise harten Aufprall auf Asphalt

getrübt.

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