Von Nike free
Stichwort:

Die REvolution...

Gestern habe ich meinen allerersten vollständigen Lauf ohne Schuhe gemacht: 5km Jogging inkl. ca. 300m Gehen, dort wo der Untergrund zu unangenehm war. Fast von selbst habe ich meine Laufgeschwindigkeit dem Zustand des Untergrunds angepasst:

  • wo es sich glatt laufen ließ, bin ich in meinem durchschnittlichen Tempo gelaufen
  • auf Strecken mit rauhem Boden, Steinchenbelag oder im Wald war ich deutlich langsamer unterwegs.

Faszinierend war, wie weich sich das Laufen nach etwa 15 Minuten anfühlte, als ich mich an das ungewohnte Gefühl in der Fußsohle eingestellt hatte. Bei meinen bisherigen Umstiegen:

  1. von normalen*) Laufschuhen auf Nike Free 5.0
  2. von Nike Free 5.0 auf Nike Free 3.0
  3. von Nike Free 3.0 auf Vibram Fivefingers
  4. von Vibram Fivefingers auf Sandalen
  5. von Sandalen mit 6mm Sohle auf Sandalen mit 4mm Sohle

hatte ich immer das Gefühl, härter auf dem Boden aufzukommen als mit dem stärker gedämpften Schuh, auch wenn das härtere Gefühl mehr Spaß machte, da es einfach präziser war.
Jetzt aber war es anders: ab km3 fühlte sich das Laufen zugleich weicher und präziser an, runder und harmonischer, mit angenehmem Fußaufsatz. Irgendwie ist das wirkliche Barfuß-Laufen doch etwas ganz anderes als das Fast-Barfuß-Laufen mit noch so dünnen Lauf-Sandalen.

...frisst ihre Kinder

Heute habe ich meine Barfuß-Laufstrecke im Überschwang der positiven Gefühle gleich mal auf 10km ausgedehnt. Ein klein wenig wurde ich von einigen sehr spitzen Steinchen ernüchtert, die winzige blutende Stellen in der Sohle verursachten, und von der später einsetzenden Sorge, der Schmutz der Straße könnte in diesen winzigen Wunden Schaden anrichten. Dennoch stellte sich bald schon wieder jenes weiche Laufgefühl ein, das mich gestern so fasziniert hatte. Und so wurde der Lauf wieder ein Genuss. Als ich jedoch nach dem Duschen meine Fußsohlen ansah, wurde mir klar, warum Autoren wie der US-amerikanische Barfußläufer Michael Sandler (www.runbare.com) dringend dazu rät, Umfänge nur sehr langsam zu steigern und vor allem zunächst sehr langsam zu laufen: 90 % meiner Hornhaut waren durch diesen ersten längeren Lauf aufgefressen worden. Wie mir scheint, hat daran vor allem der unnatürliche Untergrund (50% der Strecke sind Gehwege mit rauhen Verbundsteinen) mitgewirkt. Je höher der Speed, umso stärker sind Mikro-Reibungen, die wie eine Raspel wirken. Immerhin war die Strecke glücklicherweise nicht noch länger, so dass ich mit noch einem Rest an Hornhaut zu Hause ankam.

Und weiter?

Ich werde Michael Sandlers Rat befolgen und ganz langsam von kürzeren auf längere Distanzen übergehen. Auch werde ich die Geschwindigkeit stark reduzieren: statt wie sonst 4 - 5 Min/km zu laufen, werde ich langsam traben (6 - 7 Min/km), um den Sohlen ausreichend Gelegenheit zu geben, Gewebestrukturen gegen den intensiveren Abrieb zu entwickeln.

Auf jeden Fall aber werde ich versuchen, so oft es sinnvoll und möglich ist, ohne Schuhe zu laufen. Und irgendwann - ich werde davon berichten (!) - wird das so normal geworden sein, dass ich nur noch bei bestimmten Gegebenheiten wie

mit Schuhen laufen werde.

*) es ist schon seltsam, wenn ich diese Folterkammern für die Füße als "normal" bezeichne...

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