Bestechende Form
Stichwort:

Auf dem Weg zum natürlichen Laufen...

...gibt es noch viele Hindernisse.

Hier sind meine ersten Wahrnehmungen einer hochinteressanten Anpassung:

Wer wie ich mit dem Barfußlaufen anfängt, kommt fast von selbst bei der Frage an, wie sich die vielen kleinen Steinchen, über die man ohne Schutz der Fußsohle läuft, wohl bei einem fortgeschrittenen Barfußläufer anfühlen mögen.

  • Nimmt er sie überhaupt noch wahr?
  • Oder bemerkt er sie wie ich, ohne allerdings einen Schmerzreiz zu empfinden?
  • Bleiben sie auch manchmal für 2 - 5 Schritte an der Fußsohle haften, um durch wiederholte Auftritte erst richtig Eindruck zu schinden?
  • Oder ist seine Fußsohle so ledrig und glatt, dass kein Fremdkörper sich anheften kann?


Ein fernes Ziel: schnelles, schmerzfreies Laufen auf solchem Grund.
Dagegen ist Asphalt eine wahre Wohltat!

Mein bisherigen Erfahrungen lassen mich vermuten, dass mit dem Abbau der toten Hornhaut und dem gleichzeitigen Aufbau einer stärkeren und robusteren lebenden Haut die feinen sensorischen Empfindungen nicht verloren gehen, wohl aber die Interpretation als Schmerz in Richtung einer neutralen Wahrnehmung geändert wird. Zugleich verbessern sich auch die schmutzabweisenden Fähigkeiten der Sohle: da es weniger Anhaftungen gibt, kommt auch der penetrante Pieksreiz der anhänglichsten Steine immer seltener vor.

Überraschung!

Um die Wortspielereien des Seitentitels fortzuführen, erzähle ich jetzt, was mir auf meinem ersten richtig langen Barfußlauf (mein ganzer Stolz: 20km auf feuchtem Untergrund *) bei km7 passierte: ich verspürte im rechten Ballen ein Stechen wie von einem sehr spitzen Stein. Wenn auch bei diesem Lauf schon weniger Fremdkörper an der Sohle haften blieben als bei meinem allererstem Barfußlauf: dieser Stein war hartnäckig. Ich stoppte also und schaute mir an, was da so gar nicht mehr von mir weichen wollte. Siehe da: ein Dorn steckte im Ballen. Ich hatte keine Ahnung, wie der dort hingekommen war; auf dem Weg hatte ich ihn jedenfalls nicht ausmachen können. Er ließ sich glücklicherweise ohne abzubrechen leicht herausziehen und zu meiner Überraschung blutete der Ballen nicht. Etwa einen halben Kilometer weiter spürte ich keinerlei Nachwirkungen mehr. Auch war kein Loch mehr zu sehen, gerade so als hätte es den Dorn nie gegeben.

Da ich ziemlich beeindruckt war, mit was allem die Sohle unterwegs so zu kämpfen hat, steckte ich den Dorn ein, um ihn zu Hause näher zu betrachten. Hier ist er:


In (be)stechender Form: ca. 3 seiner 10mm gingen unter die Haut...

Glück gehabt?

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass auch bei größter Aufmerksamkeit Verletzungen passieren können. Diesmal ging alles gut, und ich erlebe ein wunderbares Gefühl einer wachsenden Robustheit gegenüber den Gefahren des Weges. Eine Sicherheit gibt es allerdings nicht, und die Aufmerksamkeit sollte mit der Zeit keineswegs nachlassen! Glaubt man den Barfuß-Profis wie Michael Sandler oder Dietmar Mücke, passiert jedoch wirklich wenig, wenn sich die Füße an das barfüßige Laufen angepasst haben.

*) Ich hatte mir im letzten Beitrag vorgenommen, die Streckenlängen nur ganz langsam zu steigern. Auf meiner 20km-Tour hatte ich deshalb meine FiveFingers mitgenommen, um sie irgendwo zwischen km10 und 20 dann anzuziehen, wenn mir die Füße dies nahelegten. Schließlich ging es aber dann doch bis zum Ende der 20km ohne nennenswerte Komforteinschränkungen, so dass ich unbeabsichtigt eine Steigerung der Streckenlänge um 100% erleben durfte.

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