Kleine Laufstillehrer
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Was die Nützlichkeit unserer Zehen betrifft, gehen die Aussagen unserer Laufstillehrer weit auseinander. Schlimmer noch: die einen empfehlen den Fußaufsatz mit dem Ballen (bloß nicht die Zehen!), die anderen warnen vor dem Abdruck mit den Zehen (wegen der Gefahr, Achillessehne und Waden zu überfordern), und die dritten halten den Fußaufsatz und das Ergreifen des Bodens mit den Zehen für essentiell.

Zwischen all diesen Meinungen stehe (laufe) ich, und ärgere mich darüber, dass es offensichtlich nicht möglich ist, etwas allgemein Gültiges über die Benutzung der Zehen zu sagen.

Mir kommt das ein wenig so vor wie die Gelehrten, die mit verbundenen Augen jeweils einen anderen Körperteil des Elefanten betasteten und daher zu völlig unterschiedlichen Aussagen über dessen Gestalt kamen. Ein Rüssel fühlt sich nun mal anders an als ein Ohr oder ein Bein oder der Leib.

Kann es sein, dass unsere Laufexperten verbundene Augen haben? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sie alle von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen:

Und was mach ich, wenn ich mal mit, mal ohne Schuhe unterwegs bin? Dauernd wechseln oder den Stil nehmen, der immer geht?

Dauernd wechseln kann auf Dauer nicht gut sein, weil sich dann erst gar keine Effizienz herausbildet. Nur was immer besser trainiert und immer mehr verfeinert wird, kann schließlich auf hohem Niveau arbeiten.

Also nehm ich den Stil, der immer geht.

Das ist nicht der mit dem Fersenaufsatz und auch nicht der mit dem flach aufgesetzten Fuß, sondern der mit dem Zehen-/Ballen-Aufsatz, weil nur dieser unter allen Umständen Verletzungen (beim Barfußlaufen durch spitze - harte - scharfe Untergründe) verhindern kann. Ist sicher ein wenig übertrieben, wenn man mal in Schuhen läuft, deren Sohlen auch den Mittelfuß vor Verletzungen schützen (würden). Ist aber das Mittel der Wahl, je weniger Schuh man unter den Sohlen hat.

Damit beantwortet sich die oben gestellte Frage von selbst, was ich denn mit den Zehen anfange: ich setze sie so auf, dass sie den Boden - zusammen mit dem Ballen - als erste spüren und sich in Form und Spannung optimal dem Untergrund anpassen können. Und die Stellung des Fußes optimal ausrichten. Und für eine optimale Federung mit minimaler Belastung für das Knie sorgen. Die Zehen als biologische Laufstillehrer - wer hätte das gedacht?

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