Immer der Nase nach
Stichwort:

Atmen wir beim Laufen durch den Mund ein und aus oder genügt uns die Nase?

Mund oder Nase?

Unbestritten ist, dass bei hohen Belastungen mit intensiver Atmung die Öffnungen der Nase nicht mehr ausreichen, um die benötigte Luft durchzulassen. Richtig ist aber auch, dass die Nase nicht nur als Sensor für Gerüche aller Art dient, sondern uns auch schützt, indem sie die Atemluft befeuchtet, -filtert und -erwärmt. Wir sollten daher immer dafür sorgen, dass die Nase und die mit ihr verbundenen Nebenhöhlen Luft bekommen.

Beim Laufen im sogenannten aeroben Bereich, in dem wir zwischen Ein- und Ausatmen einen vollständigen Satz aussprechen könnnen, sollte es jeder Läufer schon nach kurzer Zeit schaffen, ausschließlich durch die Nase zu atmen. Übergangsweise kann auch durch die Nase ein- und durch den Mund ausgeatmet werden.

Wichtig ist in jedem Fall die vollständige Ausatmung der Luft, um das Lungenvolumen auszunutzen und noch weiter auszubauen, und um keine Reste verbrauchter Atemluft mitzuschleppen.

Vorteil des im Vergleich zur Mundatmung begrenzten Einsaugvolumens ist, dass unsere Anstrengung in leicht kontrollierbaren Grenzen bleibt. Was viele Läufer mit ihrer Pulsuhr (anders als mein Freund LoU) kontrollieren, schaffen Nasenatmer leicht über die bei höherer Belastung aufkommende Neigung zur Mundatmung. Die geeignete Geschwindigkeit beispielsweise beim langen Lauf ist auf diese Weise sehr einfach zu kontrollieren: wenn man in Atemnot gerät und den Mund aufmachen muss, läuft man zu schnell.

Ein nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil der Nasenatmung von Frühjahr bis Herbst ist die stark reduzierte Menge verschluckter Insekten, die sich aus der unterschiedlichen Lage der Atemöffnungen von Mund und Nase sowie aus der guten Filterwirkung der Nasenhärchen ergibt. Es ist durchaus ein Gewinn an Lebensqualität, wenn keine Schmeißfliegen und andere kleine Flieger mehr beim Einatmen im Rachen verschwinden und durch den gütigen Schluckreflex in den Magen befördert werden (führt gerade bei Vegetariern zum Aufkommen von Gewissensbissen).

Im Winter schließlich freut sich der Nasenatmer über eine ausreichend vorgewärmte Luft, während der Mundatmer mit der vergleichsweise kalten Luft seine Bronchien reizt. Hier liegt auch der Grund, warum man bei sehr kalten Temperaturen anstrengende Läufe im anaeroben Bereich vermeiden sollte.

Fazit: beim überwiegenden Teil unserer Laufkilometer (eben die "aerob" gelaufenen) sollten wir die Vorteile der Nasenatmung nutzen und versuchen, den Mund geschlossen zu lassen. Vielleicht kommen wir dann auch mal unerwartet in den Genuss von Erdbeerfeldern...

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