Das Koan
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Mich begeistert immer wieder der Enthusiasmus, mit dem im Web (aber auch in Vereinen) darüber diskutiert wird, wie Laufen eigentlich funktioniert. Ich verstehe, dass ein zutreffendes Modell helfen könnte, effizienter zu laufen oder weniger Verletzungen zu erleiden.

Verstünde man, welche Bewegungen aus welchem Grund optimalen Vortrieb generieren, könnte man diese Erkenntnisse nutzen, um die an der Bewegung beteiligten Muskeln und Gelenke auch außerhalb des Lauftrainings zu stärken.

Besonders spannend wird es für mich immer, wenn die Funktionsweise des Bewegungsablaufs mit unterschiedlichen Modellen erklärt wird, zum Beispiel:

  • Modell Schwerkraft (das ist der ChiRunning-Ansatz)
  • Modell Pogo-Stick (das ist ein federnder Stab, mit denen man sich hüpfend fortbewegen kann)

Modell Schwerkraft

Modell Schwerkraft geht davon aus, dass der Körper nach vorne beschleunigt wird, während der Fuß Bodenkontakt hat. Die Technik ist denkbar einfach: man lässt sich - des obere Sprunggelenk wie ein Scharnier nutzend - einfach nach vorne fallen.

Modell Pogo-Stick

Modell Pogo-Stick geht davon aus, dass der Körper beim Bodenkontakt gestaucht wird und sich dann vor dem Ende des Bodenkontakts wieder streckt. Hierbei wird angenommen, dass die Stauchung als Energie im Gewebe (Muskeln, Bänder) gespeichert wird und bei der Streckung wieder freigesetzt wird.

Diskussionen im Web

Ein wunderbares Beispiel, wie detailreich Diskussionen im Web geführt werden, findet sich hier:
The Running Form Thread (how do we run?)



Für alle, die sich gerne das Hirn zermartern, um das Richtige vom Falschen unterscheiden zu können, gibt es was Tolles aus der ZEN-Ecke:

Das Koan

Ein Koan ist ein rätselhafter (unisnniger, widersprüchlicher) Spruch, den ein Zen-Meister seinem Schüler quasi als Hausaufgabe mitgibt. Aus der Antwort des Schülers erkennt der Meister dann, ob der Schüler die mit dem Koan angestrebte Erkenntnis gewonnen hat. Alle Koans haben gemein, dass es keine rationale Lösung gibt und dass sich der Schüler gewaltig plagen muss, bis er seinen Verstand mürbe genug gedacht hat, um das Rätsel mit anderen Bewusstseinsebenen angehen zu können.

In einem sehr hinterlistigen Sinne ist mein heutiges Rätsel auch ein Koan: man meint, es rational-wissenschaftlich lösen zu können. Zeitlupenkamera, Messung mit Druckplatten im Boden, Visualisierung von Muskelaktivitäten: das sind alles Instrumente des Verstandes. Ich behaupte, dass die Messung den beobachteten Vorgang verändert, so dass die durch Analyse gefundene Antwort nicht mehr zur ursprünglichen Frage passt und damit ungültig wird. Ich belasse es daher einfach bei dem als Frage formulierten Läufer-Koan:

Wie musst du laufen, um zu wissen, ob du richtig läufst?

Wie bei allen Koans ist es auch hier: je tiefer du dich in die Frage versenkst, um so eher gibst du der Lösung eine Chance, dich in einem unerwarteten Moment zu treffen!

Bitte nicht denken, dass ich mich für den Meister halte, der einem Schüler ein Koan gibt!
Ich bin der Schüler, und wenn du willst: mach mit!

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