Ariadnefaden
Stichwort:

In der griechischen Mythologie half ein roter Faden dem Theseus, aus einem Labyrinth wieder herauszufinden, in dem er zuvor den Minotaurus getötet hatte, ein blutrünstiges Mischwesen aus Mensch und Stier. Den Faden hatte Theseus von Ariadne erhalten, der Tochter des kretischen Königs Minos und seiner Gattin Pasiphaë.

Der rote Faden

In die Alltagssprache übernommen wurde der Begriff des roten Fadens, den man verloren hat, wenn man nicht mehr weiß, wie oder wo es weitergeht.

Ab und an habe ich Gelegenheit, in unbekanntem Gelände zu laufen, so zum Beispiel im Urlaub. Während ich früher immer meine Garmin Forerunner GPS-Laufuhr mitnahm und mich im Notfall auf die "Zurück zum Start"-Funktion verlassen konnte, die mittels eines simulierten Kompass immer zum Startpunkt zeigte, habe ich inzwischen eine viel spannendere Variante der Rückkehr zum Ausgangspunkt für mich entdeckt: das Prinzip Ariadnefaden.

Ich laufe so lange in eine Richtung, bis mir das Abbiegen auf einen anderen Weg attraktiver erscheint. Ich laufe dann ein paar Meter auf dem neuen Weg, drehe mich um und präge mir ein, wohin ich auf dem Rückweg abbiegen muss, um wieder zum Startpunkt zu gelangen. Es ist fundamental wichtig, sich den Abzweig aus Sicht des heimwärts führenden Weges einzuprägen, denn an diesen muss man sich später wieder erinnern. Auf diese Weise rolle ich im Kopf den Ariadnefaden ab und kann ihn später wieder ganz leicht aufrollen. Den Heimweg beginne ich dann nach der halben geplanten Laufzeit, indem ich einfach wieder zurücklaufe.

Der Reiz des Ariadnefadens im Kopf liegt daran, dass es keinerlei Garantie dafür gibt, wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden. Es hängt alles nur davon ab, wie verlässlich das eigene Gedächtnis arbeitet. Einen riesen Vorteil hat der Ariadnefaden im Kopf: er kann niemals vom Winde verweht oder von den Fahrzeugen der Stadtreinigung weggekehrt werden. Und er ist so lang wie man sich Abzweige merken kann.

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