Rhythmus
Stichwort:

Sonntag früh. Wir haben uns zu einem "kenianischen Spaziergang" verabredet. Das ist ein langer Lauf, der mit lockerem Traben beginnt. Ohne jede Anstrengung, bis der ganze Körper eine angenehme Betriebstemperatur hat und die Muskeln, Sehnen und Gelenke sich gut anfühlen.

Ein lockerer Rhythmus stellt sich ein; meist laufen wir im Gleichschritt mit ca. 180 Schritten pro Minute. Ohne dies bewusst anzustreben, werden wir schneller.

Kann sein, dass wir bei einem Anstieg das Tempo halten und danach die etwas höhere Anstrengung beibehalten und dadurch schneller laufen. Möglich, dass wir bei einer Strassenüberquerung beschleunigen und nachher nicht ganz wieder auf das alte Tempo runterkommen. Meist aber, weil es sich tatsächlich nach einiger Zeit so locker laufen lässt, dass aus dem anfänglichen 5er Schnitt nun ein 4:40er geworden ist. Immer noch laufen wir im Gleichschritt. Das fühlt sich deutlich leichter an als mit unterschiedlicher Schrittfrequenz. Würden wir getrennt laufen, hätte einer sicher 175 Schritte pro Minute und der andere 185. Der gemeinsame Rhythmus scheint eine großzügige Kraftquelle zu sein.

Nach 15-20 km fühlt sich das Laufen dann dynamisch und sportlich an und wir steigern bewusst das Tempo, zum Beispiel um an einer Steigung einen Radfahrer zu überholen. Bergab überholt er uns zwar wieder, aber nun laufen wir etwa mit 4:20er Schnitt, immer noch im gleichen Rhythmus. Auf den letzten 5-10 km - dann sogar ganz leicht ansteigend - versuchen wir manchmal, nochmals schneller zu werden, bis hin zum 4er Schnitt. Jetzt fühlt es sich wirklich anstrengend an und das einzige, was hilft, ist der Rhythmus. Die Schrittfrequenz bleibt hoch, dafür werden die Sätze unserer Unterhaltung immer kürzer, bis wir dann auf den letzten 1-2 km ganz verstummen. Der Rhythmus scheint die letzte verbliebene Kraftquelle zu sein, er trägt uns bis zum Ende des Laufs.

Woher kommt die Energie beim rhythmischen Laufen?

Wir können alle Aufgaben mit weniger Aufwand erledigen, wenn wir uns rechtzeitig vorher neuronal darauf einstellen. Muskeln, die wie erwartet eingesetzt werden, verbrauchen deutlich weniger Energie als solche, die permanenten Schwankungen von Impact und Amplitude ausgesetzt sind. Der Rhythmus trägt in hohem Maße dazu bei, dass Muskeln zeitlich und hinsichtlich der Auslenkung im Rahmen optimaler Muster bewegt werden und keine unnötigen Bewegungen vollziehen müssen. Ein geeigneter Rhythmus führt auch zu einem optimalen Verhältnis zwischen Muskel-An- und Entspannung.

Ganz innen drin aber - ohne jegliche Beteiligung des Kopfkinos - fühlt sich das rhythmische Laufen einfach nur genial an.

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