Laufschuhtest: Vibram FiveFingers Lontra

Bitte ebenfalls die aktuelle vergleichende Beurteilung aller hier getesteten Schuhe lesen!

 

Vibram Fivefingers Lontra
Die Lontra (hier die Modelle mit Strap und dem zusätzlichen Bündchen oberhalb des Knöchels) treten an, die Füße des Läufers / der Läuferin auch bei kalten Außentemperaturen trocken und warm zu halten, ohne das Barfuß-Laufgefühl allzusehr zu stören.

Die letzten Testkandidaten, die dies versuchten, sind zumindest am Aspekt "Barfuß-Laufgefühl" gnadenlos gescheitert, siehe hier. Für mich war es daher sehr spannend, ob die Lontra die Aufgabe besser lösen würden...

  • Gewicht: ca 190g
  • Tragekomfort: Hier muss ich zwischen dem Komfort beim Anziehen und dem beim Laufen unterscheiden: die Lontra sind wirklich nur mit Mühe an den Fuß zu bringen. Dies liegt an der vergleichsweise höheren, engen Öffnung, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Eintritt kalter Luft und das Hereinschwappen von Wasser oder Schnee zu verhindern. Man muss schon ganz schön an den Schlaufen an Spann und Ferse zerren, um den Fuß in den Schuh zu bringen, vor allem wenn man etwas breitere Füße hat. Sind die Schuhe dann angezogen, fällt auf, dass sie die Fersen ziemlich fest umschließen, was mich vor dem ersten Lauf befürchten ließ, schnell Reibestellen und Blasen zu bekommen. Wegen des weichen Innenmaterials war diese Befürchtung aber falsch. Die Lontra tragen sich gut, der Komfort beim Laufen ist jedoch im Vergleich zu den sehr weichen Seeya deutlich geringer, was an der dickeren, festeren Sohle liegt. Während die Seeya sich dem Boden anpassen, "stehen die Lontra auf den Steinchen", was mitunter ein Kippen oder seitliches Abrutschen bewirkt. Die Bauweise des Schuhs kommt allen Läufern entgegen, die Schuhe ohne Sprengung (Höhendifferenz zwischen Vorder- und Fersenteil) bei gleichzeitig robustem Schutz der Fußsohle möchten. Für den Barfußläufer, dem die Anpassung des Fußes an den Boden viel bedeutet, ist die Sohle zu hart, wobei die Härte des Merrell wegen der weicheren Konstruktion des Lontra oberhalb der Sohle glücklicherweise nicht erreicht wird.
  • Dämpfungseigenschaften: Keine, außer dass spitze Steine nicht durch die Sohle drücken.
  • Langstreckeneignung: Wer mit anderen FiveFingers lange laufen kann, dem gelingt dies auch mit den Lontra.
  • Wettkampfeignung: Wegen der profilierten Sohle für Crossläufe geeignet, bei denen die Bahn noch nicht völlig im schmierigen Matsch versinkt. Natürlich kann man mit den Lontra auch an Straßen-Wettkämpfen teilnehmen, wegen der härteren Sohle sollte es allerdings nicht eisig oder wasserglatt sein.
  • Untergründe: Alle bis auf die zuvor beschriebenen harten glatten Untergründe (Asphalt mit Eisschicht dürfte der schlimmste Belag sein).
  • Haltbarkeit: Noch keine Aussage, da bislang noch nicht ausreichend km gelaufen.
  • Besonderheiten: Trotz ihrer Härte behindert die Sohle den Vorfußaufsatz nicht, da sowohl der Zehen- als auch der Ballenbereich flexibel genug ist, die Biegung des Fußes nach oben mitzumachen. Eine sensible Reaktion auf kleinere Bodenunebenheiten ist jedoch wegen der Dicke und Festigkeit der Sohle nicht möglich, was den Schuh für Läufe auf unangenehmem Terrain (Schotterwege, Geröll, Äste) prädestiniert. Anders als die meisten FiveFingers mit seitlich wasserdurchlässigen Zehenboxen "saugt" der Lontra nicht, wenn man auf nassen Wegen unterwegs ist, von daher ist er eine gute Wahl bei Sauwetter. Außerdem isoliert er den Fuß von der Außenwelt und eignet sich somit für kalte Temperaturen.
  • Fazit: Der Lontra hält, was der Merrell verspricht. Nicht absolut, da es gleichzeitig keine hohe Sohlenfestigkeit und Beweglichkeit geben kann; dafür, dass die Aufgabe prinzipiell nicht lösbar ist, schlägt er sich recht gut. Mit knapp 150,- EUR ist der Lontra aber auch in einer Preisregion angesiedelt, bei der man einen geringen Verschleiß und damit auch ein langes Leben erwarten darf.
Dieser Artikel ist Teil der Serie Der kleine Laufschuhtest
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