Was wirklich bleibt
unterwegs ohne Ballast

Dieser Blog liegt deshalb unter der Domain "Reflektionen.de" im Web, weil es mir sehr wichtig ist, immer wieder Positionsbestimmungen vorzunehmen, die auf aktiven Bewertungen dessen beruhen, was ich mit meinem Laufen speziell und meiner Weltwahrnehmung allgemein erreiche. Diese Bewertungen beziehen sich immer auf die jeweils aktuelle Situation, aber oft auch auf den Weg, den ich bis dahin zurückgelegt habe.

Heute ist mir wieder nach einer solchen Reflektion, da ich mich am Ende des abgelaufenen Jahres 2012 dazu entschlossen habe, mein Lauftagebuch stillzulegen.

Mein Lauftagebuch habe ich in den letzten Jahren in Form einer Tabelle geführt; es enthält neben dem jeweiligen Datum die Bezeichnung der Strecke, Angaben zur Streckenlänge, zur Laufdauer, zu den benutzten Schuhen (zu denen auch "barfuß" zählt) sowie ein Bemerkungsfeld (Wetter, Laufpartner, Verletzungen etc.). Nachdem ich bereits in Mein neuer Freund Lou" gegen den regelmäßigen Gebrauch von Sport- bzw. Pulsuhren gewettert hatte, habe ich dann in Vogel fliegt, Fisch schwimmt... auch die Auswertungssüchtigen aufs Korn genommen und schließlich feststellen müssen, dass mein Lauftagebuch auch mich zum Datenfreak macht.

Nun habe ich mich mit dem Ziel der Selbstbefreiung also auch von meinem Lauftagebuch verabschiedet, der letzte Eintrag stammt vom 30.12.2012. Das Lauftagebuch setzt damit die Reihe der "abgeworfenen" Technik fort:

  • Pulsuhr (die mit dem schicken schwarzen Bruststraps: schon seit Jahren nicht mehr benutzt)
  • Laufuhr (nur noch ab und zu bei Wettkämpfen oder für trainingsbedingte Leistungsmessungen benutzt)
  • Traditionelle Laufschuhe *)
  • und jetzt auch noch mein Lauftagebuch

*) tatsächlich bin ich seit Juni 2012 nur noch in FiveFingers, Merrell, Sole Runners, Sandalen oder barfuß gelaufen.

Auf der Suche nach einer natürlichen und leicht begreifbaren Lauftechnik habe ich sogar jene Lauflehrbücher hinter mir gelassen, durch die ich erst in die Lage versetzt worden bin, das Laufen aus anderen Blickwinkeln zu sehen, und habe eine ganz einfache Vorstellung vom Laufen angenommen: Strecken - Drehen - Neigen.

Von jeglichem Fremdzweck befreit, ist das Laufen jetzt immer mehr zu einer Meditation geworden: manchmal entspannend, oft auch anstrengend und fordernd, immer aber im Hier und Jetzt zentrierend, niemals langweilig und immer wieder neu.


Was aber bleibt vom Laufen übrig, wenn man alles Nicht-Wesentliche bleiben lässt?
Die Antwort kann kaum noch überraschen: alles, was man nicht im Laden kaufen, im Web bestellen oder zu Weihnachten verschenken kann:

Und weil man das alles nicht kaufen kann, wird auch niemand dafür werben. Höchstens für Laufmethoden in käuflichen Büchern. Oder für ein kostenpflichtiges Laufseminar. Oder für Präparate, die den Laufapparat oder das Herz-/Kreislaufsystem stärken.

Das ist alles nicht meins. Was ihr hier findet, sind Erlebnisse, Wagnisse, Irr- und Rückwege und mit der Zeit immer mehr die Essenz meiner Erfahrungen, die man nur dann auf sich selbst übertragen kann, wenn man bereit ist, seine ausgetretenen Wege zu verlassen und sich auf ein unspektakuläres, aber innerlich sehr bereicherndes Abenteuer einzulassen: dem Entdecken der Möglichkeiten seines Körpers im Rahmen einer nur dem Anschein nach einfachen Sportart.

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