Schneesport
Stichwort:

Sonntag früh, 07:30 Uhr. Es hat in der Nacht geschneit und die Temperatur ist unter Null. Wir starten zu zweit zur Feldbergtour. Ausgangspunkt ist Schwalbach am Taunus, Höhe ca. 180 m. Ziel ist der Große Feldberg, der höchste Berg im Taunus (ca. 880 m).

Jeder Laufshop hätte uns für diese Tour die von den Laufmagazinen "Runners Condition" und "Daily Trail" übereinstimmend mit "Sehr gut" getesteten neuen Trailtreter "Hyperion Cross" von Asicdas empfohlen, einen mit 350g ultraleichten Boliden mit Wasser abweisendem Obermaterial, wärmendem Gore-Tex Futter, Stoß leitender Stützdämpfung und stark profilierter All-Weather-Mega-Grip-Sohle.
Wir pfeifen drauf und laufen beide in den nur ca. 150g schweren Sole Runners, deren immerhin 1,5mm (!) dünne, glatte Sohle in enger Zusammenarbeit mit dicken Wintersocken verhindert, dass die Fußsohle unter Null Grad kalt wird und einfriert (jedenfalls solange man läuft).

Die Strecke ist so angelegt, dass die ca. 700 Höhenmeter auf direkter Line zurückgelegt werden, was nichts anderes bedeutet, als dass es die ersten 90 Minuten fast nur bergauf geht. Kein Grund zu meckern, so was machen Bergwanderer ja auch. Und zum warm werden gibts nichts besseres als Anstiege, Anstiege und nochmals Anstiege. Im Wald wählen wir auch ganz schmale Pfade, die man schon als Trail bezeichnen könnte. Heute ist Feingefühl in den Füßen angesagt, weil der Schnee alle Unebenheiten zugedeckt hat. Auf dem Weg nach oben passieren wir den Opel Zoo in Kronberg, aber die meisten Tiere schlafen noch; immerhin ist es ja erst ca. 08:00 Uhr und Winter(zeit).

Kurze Zeit später verlassen wir Kronberg in Richtung Falkenstein über den "Oberen Aufstieg". Das ist eine asphaltierte, gerade Straße mit hässlicher Steigung, die ihrem Namen alle Ehre macht und sich zieht wie Kaugummi. Vom Asphalt ist dank des Neuschnees nichts zu sehen und unter dem Schnee ist es glücklicherweise auch nicht glatt, so dass wir bergauf nicht wegrutschen. Irgendwann geht die Straße in einen ebenso steilen Waldweg über, der aber viel mehr Spaß macht, weil er schmal und uneben ist und die Füße wieder viel Arbeit haben. Die glatte Sohle der Sole Runner greift eben immer nur, wenn der Fuß sich dem Boden vollkommen anpasst und auch gut mit den Zehen zupackt, wenns sein muss. Hurrah! Leider führt der bergauf längere Bodenkontakt trotz der dauernden Bewegung zu einer sehr niedrigen Sohlentemperatur: ich spüre meine Sohle und die Zehen vielleicht noch zu einem Drittel, kann sie aber noch gut bewegen, deshalb habe ich auch keine Angst vor Erfrierungen.

Durch Falkenstein laufen wir noch etwa 500m bergauf und sind dann schon auf jenem Waldweg, welcher über den Fuchstanz bis hoch zum Großen Feldberg führt. Die Steigungen sind jetzt moderat und wir können die Winterlandschaft genießen, als wären wir im Winterurlaub.


Verschneite Wege im Taunus

Das letzte Stück zum Feldberg - nach Überquerung der L3024 - ist wirklich das letzte: steil, maximal uneben, von Schneeverwehungen durchsetzt und trotz umgebendem Wald ziemlich windig. Die -6 Grad kommen uns vor wie -15 Grad, aber zum Glück sind wir dank des langen Anstiegs gut warm, sieht man von den schneegekühlten Sohlen einmal ab. Im Frühjahr endet auf diesem Stück der legendäre Feldberglauf, ein Berglauf-Wettbewerb mit gut 10km Länge und durchschnittlich 6% Steigung. Auf diesem letzten Stück wünscht man sich immer, nichts gefrühstückt zu haben, da sonst die Gefahr eines überraschenden Wiedersehens besteht. Heute ist das nicht so, denn ich habe vor dem Lauf nur Wasser und Kaffee zu mir genommen.

Wir kommen auf dem Feldbergplateau an und beschließen wegen des starken Windes, gleich wieder zurückzulaufen.

Das steile, schneeverwehte Stück unterhalb des Plateaus legen wir noch vorsichtig - mit vielen kleinen Schritten und weichem, nachgebendem Körper - zurück. Nach der Überquerung der L3024 fängt dann der Genuss an: mit gestrecktem Körper lassen wir uns vom Gefälle den schneebedeckten Weg hinuntertragen. Das Laufen kostet jetzt gar keine Kraft mehr, die Füße sind kaum noch am Boden und kommen schnell wieder auf Normaltemperatur. Wie nach dem Aufstieg bei einer Skitour kommt jetzt der lockere, schwingende, spaßige Teil. Die Sätze unserer Unterhaltung werden wieder länger und es stellt sich eine wohlverdiente Fröhlichkeit ein, die sicher niemand nachvollziehen kann, der nur aus Gründen der Herz-/Kreislauf-Fitness im Schlappschritt seine immer gleiche Hausstrecke entlangdackelt. Was wir heute machen, ist absolut perfekter Wintersport, ohne dafür in den Winterurlaub fahren zu müssen.

Trotz des permanenten Gefälles auf dem "Heimweg" kommen ab und zu ein paar kleinere Steigungen, an denen wir deutlich merken, dass die zuvor aufgestiegenen 700 Höhenmeter Kraft gekostet haben. Mit entsprechendem Rhythmus und der Aussicht, dass es ja bald schon wieder bergab geht, machen aber auch diese Anstiege Spaß.

Nach etwa 2,5 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen und haben richtig Hunger. Wir spüren jetzt beide, dass die ca. 26,5km lange Bergtour mit ihren vielen unebenen Stellen die Fußgelenke belastet und gefordert hat. Nicht unangenehm, aber in einer Weise, dass wir wissen, was wir da geschafft haben. Wenn es die Sole Runners nicht geben würde, wir würden sie erfinden!

Ach ja: hier ist sie, die Strecke: http://www.gmap-pedometer.com/?r=5793586.

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