Laufschuhtest: Nike Free 3.0

Bitte ebenfalls die aktuelle vergleichende Beurteilung aller hier getesteten Schuhe lesen!

 

Nike Free 3.0

Der Nike Free wird oft als ein Kraftraum für die Füße angepriesen, da die Fußmuskulatur in dem flexiblen Schuh richtig mitarbeiten muss. Inzwischen gibt es Nike-typisch eine große Menge Varianten des Typs Free, die sich - wenn sie noch die Nummern 7.0, 5.0 oder 3.0 tragen - umso mehr der Flexibilität und geringeren Dämpfung des Barfußlaufens nähern, je kleiner die Nummer ist. Ich beschreibe hier den leichtesten und flexibelsten Schuh der Serie, den 3.0, der aber (im Gegensatz zu den FiveFingers) vom Barfußlaufen immer noch meilenweit entfernt ist.

  • Gewicht: ca. 205g
  • Tragekomfort: sehr bequem, da der Schuh eine flexible Sohle und ein sehr weiches Obermaterial hat. Seitliche Stabilität für den festen Halt in engen Kurven darf man bei einer solchen Konstruktion natürlich nicht erwarten.
  • Dämpfungseigenschaften: die kleinen Gummiblöckchen der Kerbsohle stellen die einzige Dämpfung dar. Diese ist aber durchaus geeignet, ein angenehm sanftes Laufgefühl auch über längere Strecken zu erzeugen.
  • Langstreckeneignung: ich habe den Frankfurt-Marathon 2009 in diesen Schuhen gelaufen. Meine Füße hatten anschließend keinerlei Beschwerden. Ich habe allerdings auch in der Vorbereitung schon einige lange Läufe (maximal 45 km) mit den Schuhen zurückgelegt. Mit Free 5.0 laufe ich seit 5 Jahren, mit Free 3.0 seit 4 Jahren, daher sind meine Füße die Mehrarbeit gewöhnt.
  • Wettkampfeignung: Je höher die Stoßbelastungen (= je kürzer die Wettkampfdistanz), umso geringer ist die Wettkampfeignung. Es gibt auch keine dynamischen Elemente, die Energie aufnehmen und beschleunigend wieder abgeben. Dennoch kann der Schuh aufgrund seiner Leichtigkeit und der moderaten Dämpfung in Wettkämpfen ab 5.000 m getragen werden.
  • Untergründe: keine Einschränkungen, solange sich die stark gekerbte Sohle nicht zusetzt. Sollten allerdings kleine Steinchen (beispielsweise auf geschotterten Wegen) in die Kerben setzen, so verliert der Schuh im gleichen Maß an Beweglichkeit wie sein Gewicht durch die Steinchen zunimmt, außerdem kratzt und klickt es nervig wenn man dann wieder auf Asphalt läuft. Eine ziemliche Schwachstelle dieses Konzepts! Erstaunlich fand ich allerdings die Sicherheit, die der Schuh auf unebenen verschneiten oder vereisten Flächen bietet; ich kann das nur mit der enorm flexiblen Sohle erklären, die sich jedem Boden gnadenlos anschmiegt.
  • Haltbarkeit: ich habe den abgebildeten Schuh derzeit über 1.000 km gelaufen. Ein Vorgängermodell (allerdings leicht andere Bauart) hat bei mir immerhin 1.600 km gehalten, bis das Obermaterial gerissen ist. Da außer der Sohle keinerlei Dämpfungselemente verwendet werden, können auch keine solchen Elemente ermüden. Und die Sohle nutzt sich nur sehr sehr langsam ab, obwohl sie relativ weich ist. Etwas nervig war, dass bereits nach kurzer Nutzungszeit die sehr weiche (herausnehmbare) Innensohle beim Laufen nach hinten wanderte, bis sie an der Ferse herausschaute. Ein Stück doppelseitiges Klebeband unter der Innensohle löste das Problem, allerdings auf Kosten der Herausnehmbarkeit der Innensohle. Da dies auch anderen Läufern passiert ist, scheint es ein allgemeines Problem und keines meiner Fußform zu sein, daher rate ich Nike dringend zur Nachbesserung. Die Sohle des Vorgängermodells war etwas steifer, so dass dies nicht passieren konnte.
  • Besonderheiten: man darf von einem Schuh, der sich flexibel mit dem Fuß bewegen lässt, keine großräumige Zehenbox erwarten. Wenn man die Zehen während des Laufens bewegen will, biegt man den Schuh einfach mit. Für Umsteiger sicher gewöhnungsbedürftig! Da der Schuh ein sehr leichtes Obermaterial hat, sind die Füße vergleichsweise schnell nass, wenn es mal regnet. Bei Kälte und nicht allzuzu dünnen Socken hält der Schuh dennoch die Füße warm.
  • Fazit: ein sehr leichter und bequemer Schuh, mit dem man nach einiger Eingewöhnung durchaus auch lange Strecken zurücklegen kann.

Dieser Artikel ist Teil der Serie Der kleine Laufschuhtest
Weiter zum nächsten Artikel der Serie: Laufschuhtest: Mizuno Wave Universe 3
Zurück zum letzten Artikel der Serie: Laufschuhtest: Vibram FiveFingers KSO
Weiter zum Blog-Artikel: Laufschuhtest: Mizuno Wave Universe 3
Zurück zum Blog-Artikel: Laufschuhtest: Vibram FiveFingers KSO
Nach oben
Die Tagcloud zeigt alle in den Beiträgen markierten Begriffe an, die insgesamt mindestens 25 mal verwendet wurden. Je größer ein Begriff erscheint, desto öfter wurde er insgesamt verwendet.
Die Intensität der Farbe rot zeigt an, wie oft ein Begriff im gerade anzeigten Beitrag verwendet wird.
Der Klick auf einen Begriff führt zur Tag-Suche.
Alle Begriffe sind in der großen TagCloud zu sehen.
achillessehne arm asphalt aufprall ballen barfuß bein belastung bewegung boden bodenkontakt buch chirunning druck dämpfung eis energie erfahrung feder ferse fivefingers form freude fuß fußaufsatz fußsohle fähigkeit füße gefühl gelenk geschwindigkeit gewicht haltung haut heggie hüfte kalt kamera knie kopf kraft körper lauf laufen laufstil leben läufer marathon mensch methode muskel natur neigung reiz rücken sandale schmerz schnee schnell schotter schritt schuh schulter schwerkraft sehne sohle sole runner spaß stein strecke technik tempo training uhr untergrund unterschenkel verletzung vorfuß vortrieb wade wahrnehmung wald wasser weg weich welt wettkampf zehen zeit ziel überlastung
Beiträge
Nach oben