Andrea

Meinem Entschluss folgend, nur noch barfuß zu laufen, war ich vor drei Tagen wieder im Wald unterwegs. Nach langsamem Trab hin zum Wald und kurzer Fußgymnastik begann ich zu laufen, merkte aber schon bald, dass jemand hinter mir lief. Bis etwa km 1,5 wurde der Abstand kleiner, was ich gut an den Schrittgeräuschen meines Verfolgers hören konnte. Dann zog sie (mein Verfolger stellte sich als weiblich heraus) langsam an mir vorbei und wir tauschten ein kurzes "Hallo" aus.

Die nächsten 500m hatte ich den Eindruck, das etwas höhere Tempo gut mitgehen zu können, obwohl der Impact des von kleinen Steinen durchsetzten Waldwegs spürbar unangenehmer wurde. Nach einer Straßenüberquerung sprach ich meine "Zugläuferin" an, ob es ihr etwas ausmache, wenn ich mich einfach dranhänge, aber es fiele mir leichter, wenn ich nicht so sehr auf den schuhlosen Bodenkontakt achten würde. Sie hatte nichts dagegen und meinte, dass sie sich vorher ja auch an mich gehängt hatte.

Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns - kaum überraschend - über das Laufen ohne Schuhe, aber auch über meinen Leichtathletik-Verein, der ihr durchaus bekannt war, weil ihre zwei Kinder dort das Sprinttraining machen. So klein ist die Welt (oder so groß ist der Verein)! Bald wussten wir auch, welche gemeinsamen Bekannten wir haben und was es sonst noch interessantes rund ums Laufen in unserer Gegend gibt. Wir verrieten uns unsere Vornamen (daher der Titel dieses Beitrags) und liefen den ganzen Rest meiner 5km-Runde in einer Geschwindigkeit, die doch etwas über meinem Barfuß-Eingewöhnungstempo lag. Wir liefen die letzten 2km nebeneinander, was bei mir dazu führte, dass ich nicht durchgängig die Strecke mit dem sanftesten Boden (wenigstens ab und zu ohne Steine) nahm. Das Laufen war trotzdem ungeheuer angenehm, sanft und flüssig und ich achtete kaum noch auf die Rückmeldung der Fußsohle.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, kehrte ich mit dem guten Gefühl nach Hause zurück, dass die Barfuß-Saison jetzt wohl in die Phase schnelleren Laufens und vielleicht auch schon längerer Strecken gekommen sei. Erst nach dem Duschen bemerkte ich ein unangenehm drückendes Gefühl am rechten Fuß in der Gegend des Ballens. Im Laufe des Tages entwickelte sich dann eine schöne runde Blase, auf der das Gehen so gar keinen Spaß machte und die erst jetzt - drei Tage später - fast wieder verheilt ist. Ich werde wohl noch zwei Tage aussetzen, bis alles wieder stabil und robust ist.

Das Laufen mit Andrea hat mir deshalb so viel Spaß gemacht, weil ich trotz der vergleichsweise schnelleren Geschwindigkeit und des härteren Steinkontakts nur minimal unangenehme Rückmeldung von der Sohle bekam. Kein Wunder, denn meine Aufmerksamkeit richtete sich ja auf unsere Gesprächsthemen. Ein schöner Ausblick auf die sicher bald erreichte Phase der vollständigen "Härtung" der Sohle nach der Winterpause. Andererseits durfte ich gerade dadurch lernen, dass eine volle sensorische Kontrolle für die Verletzungsprävention essentiell ist.

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