Mein Barfuß-Lauf-Tagebuch
Stichwort:

Log meiner Barfuß-Läufe

Chronologisch absteigend. Neuere Einträge stehen oben.

Datum km Bedingungen erlebt...
18.10.2012 11 Feldwege (trocken) Der bislang schnellste Lauf auf überwiegend hartem Strassen- und Feldwegebelag hat leider an beiden Füßen im Bereich des Kleinzehen-Grundgelenks eine große Blasen erzeugt. Wegen der kühlen Bodentemperatur war dies am Ende des Laufs nur als leichtes Fremdkörpergefühl wahrnehmbar. Nach dem Duschen offenbarte sich jedoch der Schaden: 2 lauffreie Tage und danach zunächst der Verzicht auf das Laufen ohne Schuhe sind die Strafe für mein zu schnelles Laufen. Anders als noch vor ein paar Monaten liegt inzwischen die Hauptlast auf dem Ballen, insbesondere eben auf dem Punkt, der als erster den Boden berührt, und das ist die Außenkante an der breitesten Stelle des Fußes auf Höhe des Grundgelenks des kleinen Zehs. Falls das noch was werden soll mit dem barfuß gelaufenen Marathon am 28.10. in Frankfurt, muss die Heilung mit einer Verfestigung der Hautstrukturen in diesem Bereich einhergehen, sonst komme ich nur bis km20...
18.09.2012 7,2 Bahn (trocken) 2 Serien a 800m - 1.000m - 1.200m mit je 200m Trabpause und 400m Pause zwischen den Serien hat Spaß gemacht. Der Wind war zwar kühl, aber die Füße waren warm (und schnell).
07.08.2012 7,6 Bahn (trocken) Bahntraining heute mit schnelleren Runden: 10 x 400m in etwa 75s mit jeweils einer Runde Trabpause. Die Fußsohlen haben das jetzt abermals höhere Tempo gut verkraftet: keinerlei Nachwirkungen am Abend zu spüren.
31.07.2012 8 Bahn (trocken) Bahntraining hat wie immer viel Spaß gemacht ohne Schuhe: 2 Serien mit 800 - 1.000 - 1.200m Länge (etwa in 3:40er Pace gelaufen) und 400m Trabpause.
10.07.2012 8 Bahn (trocken) Bahntraining mit 2 "Pyramiden" a 400 - 600 - 800 - 600 - 400m mit je 200m Trabpause und 5 Minuten Pause nach der ersten Pyramide. Durchschnittspace ca. 3:35.
26.06.2012 6 Bahn (trocken) Prima Bahntraining mit federndem Fuß, gestrecktem Körper, leichtem Laufen und viel Spaß. Die Waden waren trotz extremem Vorfußlauf nach dem Training (10 x 400m flott mit abnehmender Pausenlänge; Rundenzeiten zwischen 85 und 74 Sekunden) nicht belastet. Hier macht sich ein deutlicher Trainings- und Anpassungseffekt bemerkbar.
19.06.2012 8 Bahn (trocken) Das erste Mal auf der Bahn mit Zehen-/Ballen-Lauf seit meiner Umstellung (-> Sanfte Küsse). Das ist auch der Grund, warum ich bislang das barfüßige Laufen im Wald vermieden habe: ich möchte erst den Zehen/Ballen-Bereich genügend gekräftigt haben! Die Waden waren von den letzten Tagen noch etwas angespannt und müde, dennoch konnte ich recht gut mit stark gestrecktem Körper sprinten. Für die längeren Strecken innerhalb der Intervalle waren die Füße aber noch ein wenig zu schwach, so dass ich das Federn auf dem Vorfuß noch nicht sehr lange durchhalten konnte und so gingen meine Runden in einen normalen Vorfuß-Lauf über. Nach dem Training keinerlei Probleme mit der Achillessehne, auch die Wade ist nur soweit belastet, dass sie morgen wieder gut motiviert zum Laufen mitkommt.
01.06.2012 11 Wald (feucht bis nass) Gleiches Ergebnis wie am 19.05., nur ein paar Sekunden schneller. Der Boden fühlte sich nicht sehr freundlich an. Meine Ballen sind einfach noch nicht dick genug, um schnell auf solchem Untergrund laufen zu können. Oder hat sich das Tempotraining auf der Bahn sogar negativ ausgewirkt, indem es die Belastung noch mehr auf den Vorfuß brachte. Dadurch wird die Trefferfläche für die Steine kleiner und deren harte Wirkung stärker. Der vordere Teil des Ballens hat eindeutig mehr Druck abgekriegt, und da die Zehen noch nicht so stark sind, den halben Impact aufzunehmen, können sie auch nicht ausreichend für eine ganz weiche Landung sorgen.
29.05.2012 9 Bahn (trocken) Das Tempo-Training auf der Bahn ist jetzt schon normal ohne Schuhe. Gelaufen wurden drei Zyklen a 400 / 600 / 800 Meter. Das Laufen war wieder sehr angenehm. Muss jetzt versuchen, die höheren Tempi mit so wenig Kraft wie möglich zu laufen. Der Vorlage bei gestrecktem Körper mit Hüftrotation kommt dabei eine wesentliche Bedeutung zu.
26.05.2012 20 Strasse, Feldwege (trocken) Der längste Barfuß-Lauf dieses Jahres und nach dem 07.08.2011 (gleiche Strecke) der insgesamt zweite über die Distanz von 20 km. Die Pace von 05:36 war schon schneller als damals, aber nach (inkl. heute) über 400km barfuß kann man schon erwarten, dass die Dinge leichter werden. Was jedoch ein nicht zu unterschätzender Fortschritt ist: heute bin ich viel mehr auf Ballen und Zehen gelaufen als beim ersten Mal, und das bedeutet auch eine wesentlich stärkere Belastung mit den allgegenwärtigen Kleinststeinchen. Zwei davon haben sich heute so provokativ mit der scharfen Spitze nach oben dem linken Ballen in den Weg gestellt, dass ich kurz anhalten und sie rausziehen musste, was jeweils eine kleine offene Stelle hinterließ. Die eine davon war nach dem Lauf nicht mehr zu sehen, die andere hatte die umgebende Haut leicht rot eingefärbt, war also noch offen. 3 Stunden nach dem Lauf war auch dieses Thema dann erledigt. Abgesehen von den Sohlen-Pieksern war der heutige Lauf ein Genuss für alle Muskeln, Gelenke, Bänder und Sehnen.
22.05.2012 0,6 Wald (trocken) Kurios: ich hatte vor, das Vereins-Bahntraining wieder barfuß zu absolvieren und benutzte für die Aufwärmrunde meine leichtesten selbstgebauten Sandalen (Sohlenstärke 4mm = wie eine zweite Haut). Anschließend wurde wegen der hohen Temperaturen gemeinsam beschlossen, die Tempo-Einheiten im vergleichsweise kühlen Wald zu laufen. Dummerweise besteht die ca. 1 km lange Rundstrecke zu 60% aus steinigem Grund, auf dem ich aktuell barfuß noch nicht schneller als 4:45 laufen kann. Also ließ ich die Sandalen an und konnte mich - obwohl die Steinchen sehr deutlich zu spüren waren - über einen 3:40er Schnitt freuen. 6 Runden waren geplant, und bei der 4. riss mir das Knötchen unter der Sandale, so dass ich den Rest der Runde (ca. 0,6 km) barfuß laufen durfte. Auf diese Weise bin ich dann doch zu einem kurzen Training ohne Schuhe gekommen. Um aber wieder richtig Tempo trainieren zu können, befestigte ich die Schnürung neu und konnte so die 6. Runde wieder mitlaufen.
19.05.2012 11 Wald (feucht bis nass) Trotz 13 Grad Lufttemperatur war der Boden noch feucht und ein wenig kalt. Nicht so kalt, dass die Sohle schmerzunempfindlich wurde, und so bin ich die beiden Waldrunden heute etwas langsamer gelaufen. Lohn hierfür war aber, dass die Regeneration der Sohle wirklich schnell ging. Ich bekomme aber langsam den Eindruck, dass die Schmerzunempfindlichkeit der Sohle ein Resultat häufiger Pein ist und ich diese Waldrunden wieder öfter laufen muss.
15.05.2012 10 Bahn (trocken) Das zweite Tempo-Training auf der Bahn. Gelaufen wurden zwei Zyklen a 400 / 800 / 1200 Meter sowie zum Abschluss nochmal 800 und 400 Meter. Ich traute mich diesmal schon, schneller zu laufen (die letzte 400m Runde in 78 Sekunden) und die Sohlen haben keinerlei Probleme gemacht, ganz im Gegenteil: das Laufen war unheimlich weich und angenehm.
11.05.2012 11 Wald (feucht bis nass) Toll! Bei warmen Temperaturen konnte ich zwei Runden im Wald laufen und bereits zwei Stunden danach fühlten sich die Sohlen wieder ganz normal an. Mangels kalter Witterung hatte ich auch in der zweiten Runde noch eine intensive Bodenwahrnehmung, die mich zu einem vergleichsweise anstrengenden (weil ganz weichen) Aufsetzen zwang und damit einen effizienten schnelleren Lauf verhinderte, doch sorgte genau dieses bewusst sanfte Aufsetzen dafür, dass die Sohle kaum Nachwirkungen zu spüren hatte. Ein anderer, sehr positiver Effekt entsteht dabei: wenn der Fuß stärker dämpft als er federt, muss der Vortrieb anderswo erzeugt werden, nämlich aus der Bewegung der Arme, die über die Hüftrotation die Beine nach vorne bringen. Der vorsichtige, Schmerz vermeidende Barfußlauf ist daher ein ideales Training für die Kraft aus dem Rumpf. Und dass diese extrem viel zu einem schnellen Laufen beiträgt, habe ich am vergangenen Dienstag (08.05.) auf der Bahn gemerkt. So passt dann alles zusammen.
08.05.2012 9 Bahn (trocken) Mein erstes Tempo-Training mit dem Verein auf der Bahn ohne Schuhe! Das Ein- und Auslaufen habe ich noch mit den Huaraches erledigt, aber bevor es auf die 400m-Bahn ging, habe ich die Sandalen ausgezogen. Das Lauf-ABC fühlte sich etwas sonderbar an, war aber dann ganz ok. Richtig wunderbar wurde es dann, als die 5 x 1.000m (dazwischen je 200m Trabpause) anfingen. Da ich inzwischen weiß, wie stark sich bei höheren Geschwindigkeiten Druck und Reibung verstärken, lief ich zum Wohle der Sohle nicht schneller als 4:00 Min/km. Das Laufgefühl war kaum zu beschreiben und wurde noch von den abendlichen warmen Temperaturen intensiviert. Die Tartan-Bahn kam mir fast weich vor, und mit etwas Vorlage und Fußaufsatz unter dem Körperschwerpunkt ging das Laufen so leicht und sanft, dass noch genug Luft zum Unterhalten blieb. Als ich nach dem letzten 1.000er dann merkte, dass weder Blase noch Druckstelle, nicht mal ein Brennen auf der Sohle zu spüren war, wusste ich, dass ich nur aus wichtigem Grund wieder mit Schuhen auf die Bahn gehen werde.
03.05.2012 11,2 Wald, Park- und Gehwege (trocken, stellenweise feucht) Bei angenehmen Temperaturen eineinhalb Runden im Wald und noch einen kleinen Abstecher zum Bäcker gelaufen. Glücklicherweise war das letzte Stück (mit Brötchentüte) das kürzeste, veränderte doch das Tragen der Tüte den symmetrischen Lauf und die so wohltuende Hüftrotation zum Negativen.
Da ich eher langsam unterwegs war, fühlten sich die Sohlen bereits 2 Stunden nach dem Laufen wieder ziemlich normal an.
01.05.2012 12 400m Bahn und Feldwege (trocken) Wie am 29.04, nur dass das dort beschriebene Bläschen nicht mehr offen war und auch durch Sprints nicht aufgerissen ist. Heute etwas mehr Runden, daher die längere Strecke.
29.04.2012 9 400m Bahn und Feldwege (trocken) Heute gings mit dem Camcorder auf die Bahn. Zwischen langsamem Traben und kurzen gesprinteten Strecken war alles dabei, was das Läuferherz begehrt. Die Videoauswertung zeigte anschließend, was noch verbessert werden kann: gewisse Asymmetrien fielen auf, einiges allerdings erst im Zeitlupen-Modus. Die beim Barfuß-Lauf vor einer Woche entstandene offene Stelle war inzwischen gut verheilt. Bei den Sprint-Strecken auf der zwar nicht harten, aber dennoch rauhen Tartan-Bahn hat es dann eine bislang noch nicht stark belastete Stelle an der Außenseite zwischen Mittel- und Vorfuß erwischt (Blase). Man sieht, dass jede Art der Steigerung - hier war es der höhere Anpressdruck auf der rauhen Oberfläche - langsam angegangen werden muss, um den Gewebestrukturen Zeit für die Anpassung zu geben. Hat aber trotz kleinem Bläschen viel viel Spaß gemacht und wird sicher bald eine Wiederholung erfahren.
22.04.2012 11 Wald (feucht bis nass) Der Waldboden war bei ca. 6 Grad Außentemperatur noch kalt und vom gestrigen Regen feucht; einige Stellen waren matschig oder von Pfützen durchsetzt. Ich hatte mir vorgenommen, heute nicht auf Tempo, sondern auf Strecke zu laufen und einmal wieder zwei 5km-Runden zu überstehen. Die sonst beim kalten Boden rasch einsetzende leichte Taubheit in Fußsohle und Zehen kam heute deutlich später, wohl auch deshalb, weil ich bewusst mit den Zehen "gegriffen" habe, um sie mit guter Durchblutung warm zu halten. Am Ende der mit etwa 5 Min/km gelaufenen ersten Runde war noch so viel Gefühl in Sohle und Zehen, dass ich guten Gewissens die zweite beginnen konnte. Im Laufe der zweiten Runde ließ dann das Gefühl stärker nach und die Zehen wurden zunehmend taub, wenn auch nicht unbeweglich. Gerade beim bewussten Greifen hatte ich den Eindruck, doch noch mehr Gefühl zu haben als vor 4 Tagen bei meinem schnellen Lauf. Für die zweite Runde habe ich ca. eine Minute weniger gebraucht, spürte aber, dass eine dritte Runde eher ungesund wäre. Zu Hause stellte sich dann das von allen Läufen auf kaltem Boden bekannte intensiv schmerzende Auftau-Gefühl ein. Leider stellte ich an einem Zeh auch eine offene Stelle fest, die zuvor mal eine Blase war, aber nun wegen der erweichenden Feuchtigkeit des Waldbodens und durch mein stärkeres Anziehen der Zehen ("Greifen") aufgerieben war. Das Gewebe unter der Blase war noch zu schwach, um dem rauhen Boden widerstehen zu können. Jetzt ist also wieder eine Pause fürs Barfuß-Laufen angesagt, bis alles verheilt ist. Schade! Abgesehen von der zeitweise noch unangenehmen Sensorik war der heutige Lauf ein Mittelding zwischen Schweben und Federn, das nach Wiederholung dürstet.
18.04.2012 6,2 Wald (feucht bis nass) Die Waldrunde bei 5 Grad in 21:30! Das tat zwar noch 4 Stunden später an Sohle und Zehen weh, zeigt aber das Potenzial barfuß gelaufener Strecken. Bei einer Pace von 04:18 auf ca. 5km und anschließend völlig erholten Waden und Achillessehnen bin ich überglücklich!
15.04.2012 6,2 Wald (trocken) Bei der heutigen Runde im Wald lief ein Freund mit, der einige Teile der Strecke auf Video festhielt. Man konnte schon erahnen, dass es mit den Temperaturen bald bergauf geht. Die Strecken im Wald, bei denen ich langsamer laufen muss, werden immer kürzer, was weniger am Wald als an meiner Gewöhnung und Anpassung liegt, sehr zu meiner großen Freude.
14.04.2012 6,2 Wald (trocken, zum Teil feucht) Meine Waldrunde bei ca. 5 Grad Außentemperatur und stellenweise noch leicht feuchtem Boden. Schon bei km 1,5 stellte sich ein leichtes Taubheitsgefühl in den Zehen ein, ohne dass diese dadurch ihre Beweglichkeit einbüßten. Ich habe gemerkt, dass es hilft, die Zehen fest anzuziehen und wieder auszustrecken, solange der Fuß in der Luft ist. Das Kälte bedingte Taubheitsgefühl wird dann nicht so extrem wie bei passiven Zehen. Außerdem stellt sich nach dem Laufen auch das normale Gefühl in den Füßen schneller wieder ein. Eine gute Erfahrung, die ich in die nächsten Barfuß-Läufe bei vergleichbar kaltem Boden mitnehmen werde. Die ca. 5 km Runde im Wald ging heute mit 23:15 Min. wieder ziemlich flott durch, wenn man bedenkt, dass einige hundert Meter wegen des steinigen Belags sicher nur mit einem 6er Schnitt gelaufen werden konnten. Ich habe den Eindruck, dass mit robuster werdenden Sohlen das Laufen immer flüssiger und leichter wird. Die Anstrengung lässt jedenfalls im Vergleich zu den früheren Barfuß-Läufen stark nach.
11.04.2012 6,2 Wald (nass) Bei etwa 7 Grad Außentemperatur gings heute im Wald zu wie bei einer Kneipp-Kur: Wassertreten war kaum zu vermeiden. Das Wasser am Boden war allerdings ziemlich kalt, so dass ich schnell das Gefühl in den Füßen (speziell in den Zehen) verlor und von meinem ursprünglichen Plan, zwei Runden im Wald zu laufen, Abstand nahm. Wie immer lief es sich leichter, je weniger die Steinchen zu spüren waren, aber das bezahlt man immer hinterher, wenn die Füße unter der warmen Dusche wiederbelebt werden und brennen wie auf einer heißen Herdplatte. Zum Glück habe ich heute der Versuchung, bei weniger empfindlichen Füßen schneller laufen zu können, nicht nachgegeben und habe die Runde in 27 Minuten zurückgelegt. Die Sohlen haben sich daher auch schon ca. 1 Stunde nach dem anschließenden Duschen wieder ziemlich "normal" angefühlt. Die außerordentliche Weichheit des Barfuß-Laufens hat mich wie immer sehr fasziniert. Eine wirkliche Sucht...
05.04.2012 11 Feldwege (trocken) Der Lauf auf überwiegend hartem Strassen- und Feldwegebelag - schneller als jemals zuvor auf dieser Strecke - war anders anstrengend für die Sohle als der Wald. Insbesondere die Stellen mit rauhem Asphalt und die sehr kleinen spitzen Steinchen (die sich anders als im Wald nicht in den Boden drücken) haben die Sohle gequält. Das übliche Brennen war zwar schon eine Stunde nach dem Lauf überstanden, aber eine gesteigerte Empfindlichkeit war auch am nächsten Morgen noch deutlich zu spüren. Der Weg bis zum barfüßigen Marathon ist doch noch ziemlich weit...
03.04.2012 6,2 Wald (feucht) Die Hoffnung auf steigende Temperaturen habe ich zwar noch nicht aufgegeben, aber zur Zeit ist kein Anstieg zu erwarten. Der kalte Boden ist allerdings für schnellere Läufe "gut": da das Gefühl in der Sohle bald nachlässt, kann ich unempfindlicher laufen und die Geschwindigkeit kommt schon fast an das be-Schuh-te Laufen ran. Die heutige Waldrunde ging mit der bislang schnellsten Zeit durch: 22:59, was bedeutet, dass ich die langsamsten Stellen mit einer 5er Pace (schneller war die Passage der schlimmsten Steinchen sicher nicht), die schnellsten aber mit etwa 4er Pace zurückgelegt habe.
30.03.2012 6,2 Wald (feucht) Der infolge gesunkener Außentemperaturen wieder kältere und wegen des nächtlichen Regens auch feuchte Boden führte dazu, dass ich heute nur eine Runde im Wald lief. Eigentlich war es ja der Lauf vor 5 Tagen, der mit 2 Runden die Ausnahme darstellen sollte, aber wenn mal was gut geklappt hat, gewöhnt man sich doch schnell daran. Die zuletzt erworbenen Blasen wollte ich auch nicht am Regenerieren hindern, solange sie noch deutlich zu sehen sind. Der Lauf fing mit dem Gedanken an "die Sohle wird sich bald angenehmer anfühlen", und so kam es auch: etwa ab km2 wich das unangenehme Sohlen-Gefühl dem sanft und zugleich dynamisch erlebten Fußaufsatz und der Lauf machte mir wirklich wieder Spaß. Nun hoffe ich auf demnächst steigende Temperaturen und dass meine Standard-Laufstrecke im Wald bald auf 2 Runden erhöht werden kann. Die heutige Runde ging mit unangestrengt gelaufenen 25:30 Min jedenfalls wirklich gut.
25.03.2012 11 Wald (trocken) Heute - am Tag nach der nächtlichen Zeitumstellung - war ich genügend gut gelaunt aufgelegt, um es einmal mit zwei Runden (a 4,8 km) auf "meinem" Waldboden zu versuchen, der dem Fuß eine wahre Fundgrube an sensorischen Erlebnissen bietet. Glatte, erdige Strecken wechseln mit grob geschotterten Teilen ab, erdiger Boden mit Riefen und Wurzelwerk wechselt sich mit Teilen ab, die mit Samen und verrottendem Laub bedeckt sind, und dies alles in einem stets leicht ansteigenden oder abfallenden Gelände mit einigen kürzeren steileren Passagen.
Ich hatte die Freude noch im Kopf, die mir der Wald vorgestern machte, und trabte für Barfuß-Verhältnisse eher flott los. Die Wahrnehmung der anfänglich noch leicht unangenehm niedrigen Bodentemperatur ließ gewöhnungsbedingt schnell nach und das Gefühl eines sehr flüssigen Vorwärtskommens ohne jegliches Geräusch stellte sich ein. Ich hatte plötzlich den Eindruck, heute eine Runde unter sogar 25 Minuten laufen zu können, und versuchte daher, über die unangenehmen (geschotterten) Strecken leicht hinwegzukommen, was zu meinem Erstaunen umso besser gelang, je schneller ich wurde. Als ob die Dauer des Bodenkontakts entscheidend wäre und nicht die Härte des Aufkommens. Am Ende der Runde stand 24:51 auf meiner Uhr und ich war so euphorisch über diese neue Barfuß-Wald-Bestzeit, dass ich gleich die nächste Runde begann. Es hätte mir durchaus verdächtig vorkommen können, dass - ab und an, mal an den Zehen, mal am Ballen - es ein taubes Gefühl beim Laufen gab. So aber konnte ich mit verminderter Wahrnehmung noch schneller laufen und beendete diese zweite Runde mit 23:53, also nochmals eine Minute schneller.
Zu Hause angekommen, brauchten die Fußsohlen dann einige Minuten, um frei von diesen tauben Stellen zu werden. Außerdem stellte ich fest, dass ich jeweils am mittleren Zeh eine größere, pralle Blutblase hatte sowie einige kleinere Blasen an den am meisten belasteten Stellen des Ballens. Beim Duschen setzte dann ein heftiger Schmerz ein, wie wenn die Füße in starker Kälte gefühllos gewesen und dann aufgetaut wären. Anschließend brannten die Fußsohlen dann sehr deutlich. Das Gefühl einer inneren Wundheit ließ nur langsam nach. Ich denke, dies war die bislang schlimmste Herausforderung für Ballen und Zehen: weil mein Laufstil inzwischen jeglichen Impact auf dem Vorfuß abfängt, müssen diese Strukturen doch erheblichen Kräften standhalten: wenn das 2 - 3 fache des Körpergewichts auf einer Fläche von ca. 7x10 cm auf rauhem Boden abgefedert werden muss, sollten die Haut und das darunter liegende Binde- und Fettgewebe robust genug sein. Dies ist bei mir sicher der Fall, sobald ich nur 45 Minuten mit einem 6er Schnitt laufe. So wie heute: deutlich unter einem 5er Schnitt auf eine Strecke von über 10 km zu gehen, die zum großen Teil hart und uneben ist, hat meine derzeitigen Gewebestrukturen überfordert. Jetzt ist Regeneration angesagt, damit vielleicht schon in wenigen Tagen eine bessere Basis gegeben ist. Absolut toll ist aber, dass sich alle Muskeln, Gelenke und Bänder ganz toll weich und locker anfühlen, sogar "Achillesseelchen"!
23.03.2012 6,2 Wald (trocken) Der erste Lauf in 2012 ohne Schuhe. Die Temperaturen waren lange genug morgens noch sehr niedrig und ich wollte kein Risiko eingehen, aber heute hat alles gepasst: Bodentemperaturen um 7 Grad, trockene Waldwege und schon um 07:25 Sonnenschein. Ich habe seit dem letzten Barfuß-Lauf-Tag viel am Laufstil gearbeitet; meine Füße sind daher über den Winter stärker und robuster geworden, meine Waden und Achillessehnen fühlen sich pudelwohl, einzig die Empfindlichkeit der Fußsohle konnte ich nicht richtig trainieren. Wohl sind die Sole Runner mit ihrer nur 1,5 mm starken Sohle gut geeignet, eine gewisse Robustheit beim "Verschmerzen" harter Bodenunebenheiten zu bewahren, eine gezielte Verminderung der Empfindlichkeit der Sohle jedoch ist wegen des Fehlens kleinster Piekser kaum möglich.
Gespannt lief ich also zunächst sehr langsam und betont auf den federnden Elementen Zehen und Ballen bis zum Wald und war erstaunt, dass ich kein Brennen unter dem Fuß verspürte. Im Wald selbst war es wie immer eine Frage guter Auge-Fuß-Koordination, den Aufprall auf kantigem Schotter zu vermeiden. Ich empfand zu meiner Überraschung einzig die noch niedrigen Bodentemperaturen als unangenehm, der Fußaufsatz selbst war sanft, griffig und vom Bewegungsablauf und der Wahrnehmbarkeit kleinster Bewegungen im Fuß eine berauschende Angelegenheit. Nachdem ich merkte, dass es nicht allzu viel mit stark federnden Gelenken "zu schlucken" gab, streckte ich mich noch ein wenig mehr, neigte mich leicht nach vorne und das Laufen ohne Schuhe ging so mühelos und schnell wie noch nie. Die ca. 5km-Runde innerhalb des Waldes hatte ich barfuß schon einmal unter 30 Minuten geschafft, heute stand 27,5 Min. auf der Uhr und es kam mir leichtfüßiger, angenehmer und entspannter vor als jemals zuvor. Vielleicht sind ja nächste Woche auch mal 2 Waldrunden drin...
05.11.2011 6,2 Wald (trocken) Ein denkwürdiger Lauf! Ich war mit einem Freund unterwegs, der seinen ersten Lauf nach dem Frankfurt-Marathon vor 6 Tagen einmal etwas anders gestalten wollte: ohne Schuhe. Wir liefen schon in (für barfuß-Verhältnisse) moderatem Tempo (geschätzt: 7 Min/km) ca. 3 km, als wir von einer Schuhe tragenden Joggerin überholt wurden. Im Vorbeilaufen fragte sie, was uns das barfüßige Laufen bringe. Das angeregte Gespräch während des Rests der Strecke sorgte für eine Verschiebung der Wahrnehmung weg von der Sohle hin zum Gespräch, und so liefen wir die Reststrecke wohl in 5 Min/km. Ergebnis war, dass ich meine Sohlen bis zum Abend spürte, mein Freund aber unter jedem Ballen eine deutlich sichtbare Blase hatte. Sicher haben auch die niedrigen Bodentemperaturen zu der verminderten Schmerzwahrnehmung geführt, aber der alles entscheidende Faktor für die fehlende Reaktion auf die beginnende Blase war eindeutig unsere Unterhaltung. Sieht man davon ab, dass wir nicht weit von zu Hause gelaufen sind, ist das Ergebnis doch beängstigend: passiert so was in "freier Wildbahn" 20 km von zu Hause entfernt, dann sind ernsthafte Folgeschäden (aufgeplatzte Blasen mit offenen Wunden...) zu befürchten. Auch deshalb bin ich froh, dass dies nicht mir passiert ist und ich so gute "Alarmglocken" habe, dass ich bisher immer rechtzeitig gemerkt habe, wann ein kritischer Punkt erreicht ist. Ich hoffe, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird, wenn jetzt im Herbst bald die richtig kalten Tage mit der Gefahr irreparabler Frostschäden kommen. Nun noch was Positives: es gelingt mir immer mehr, die inzwischen robuster gewordenene Zehen/Ballen-Fläche nahe dem Körperschwerpunkt aufzusetzen. Dadurch entsteht ein sehr leichtfüßiger, federnder Lauf, der unendlich viel Spaß macht.
31.10.2011 6,2 Wald (feucht) Heute hatte ich Lust, einmal etwas schneller zu laufen. Der gestrige Marathon (an dem ich nicht teilgenommen habe) und die so wunderbaren Bewegungen der afrikanischen Läufer und Läuferinnen haben mich dazu motiviert, es zumindest mit der halben Geschwindigkeit wie der Sieger, dafür aber barfuß im Wald mit all seinen kleinen bodennahen Nettigkeiten zu versuchen. Ergebnis: ich konnte die ca. 5km Runde tatsächlich unter einem 6er Schnitt laufen, wobei ich an den grausamsten Stellen sicher nur 8 Min/km schaffte, dafür aber an den wenigen Stellen, die angenehm zu laufen sind, sicher 4:30 Min/km schnell war. Anschließend tat mir nur eine kleine Stelle am Ballen weh, mit der ich eine Steinspitze getroffen hatte, das ließ aber dann im Tagesverlauf nach. Ganz besonders beeindruckend war, dass es umso besser lief, je weniger ich auf den Boden achtete (ausgenommen jene Stellen, an denen richtige Wacker aus dem Boden ragen). Das heißt, lockerer mit weniger Kontrolle bringt das bessere Ergebnis. Ich freue mich schon darauf, das beim nächsten Mal kritisch zu überprüfen.
29.10.2011 11 Feldwege (trocken) Ein Novum: 11km auf Zehen und Ballen gelaufen und nur wenige Male kurz angehalten, um nachzuprüfen, ob ein lokal begrenztes Taubheitsgefühl Probleme bereiten könnte. Ich hatte diese sensorischen Ausfälle bereits beim letzten Lauf und vermute, sie werden von einer Kombination aus zu viel Druck und - Temperatur bedingt - zu geringer Durchblutung bewirkt. Heute war eine Großzehe und eine Stelle am hinteren Teil des Fußgewölbes (das selbst nie den Boden berührte) unmittelbar betroffen. Die beiden Stellen bekamen aber zu Hause gleich wieder die volle Funktion.
Was erst beim Duschen auffiel war eine taube Stelle an beiden Fußballen entlang der Zehengelenke, also die quer zum Fuß verlaufende Zone, die den meisten Druck bei dieser Art zu Laufen bekommt. Das leichte Brennen fühlte sich an wie wenn eine sehr kalte Stelle wieder ins Warme kommt, aber auch dies war nach 15 Min. wieder ok.
Ich merke daran, dass zum längeren oder schnelleren Barfußlaufen in niedrigen Temperaturen einfach die Füße noch kräftiger sein müssen, um eine bessere Durchblutung zu bekommen. Der Druck beim beim Zehen-/Ballenlauf tritt nun mal auf einer vergleichsweise kleinen Fläche auf, von daher ist eine längere Gewöhnungzeit nicht verwunderlich.
27.10.2011 6,2 Wald (trocken) Heute war einfach alles genial. Die Temperaturen ließen eine komplette Runde barfuß zu, und da ich mich auf der gesamten Strecke mit einer Läuferin unterhielt, merkte ich gar nicht, dass ich deutlich schneller lief als ich es vorhatte. Auf den Wegstrecken mit nicht so stark pieksendem Untergrund ging es sogar richtig sanft und auch vergleichsweise schnell vorwärts. Wenn ich mir vorstelle, mit noch etwas stärkerem (eigenen) Fußbett - kräftigere Zehen, bessere Posterung des Ballens und etwas dickere Haut - die gesamte Strecke laufen zu können: ein Traum!!! Dass die Belastung für die Zehen heute hart war, habe ich auch am zeitweisen Ausfall der Sensorik in zwei Zehen gemerkt. Glücklicherweise kam zu Hause das Gefühl ganz schnell wieder. Die Fußsohle hat aber einen halben Tag gebraucht, um sich wieder normal zu fühlen. Aber wie soll sie auch besser werden, wenn man ihr nichts zumutet oder zutraut? Waden und Achillessehnen jedenfalls haben heute super problemlos alle Belastungen mitgemacht und sich auch nach dem Laufen prima angefühlt. Ich bin begeistert!
25.10.2011 3,75 Wald (feucht) Wäre gerne heute die komplette 6,2 km Runde gelaufen, aber der Boden war noch so kalt von den letzten Tagen, dass mir langsam das Gefühl in den Zehen verloren ging. Ansonsten bin ich jetzt mit der Kräftigung von Achillessehne und Waden schon soweit, dass ich Strecken von bis zu 5km nahezu ohne mit der Ferse den Boden zu berühren laufen kann. Ein unendlich weiches Gefühl und ein nahezu geräuschloser Lauf. Das Gefühl "so muss Laufen sein" drängt sich auf. Schade, dass jetzt die Temperaturen ein längeres Laufen unmöglich machen!
12.10.2011 6,2 Wald (trocken) Stärker als jemals zuvor den Zehenaufsatz praktiziert zum Wohle der Sohle :-)
Dadurch aber auch starke Druckreize auf den Aufsatzpunkten mit der Folge, dass ein schnelles Laufen nur an wenigen Stellen ging. Adduktor linker Oberschenkel durch die kleinen und nicht von der Schwerkraft nach vorne gebrachten Schritte leicht überlastet; wunderbarerweise aber sind die Achillessehnen und Waden ok!
05.10.2011 7 + 1 Strasse, Feldwege (trocken) Nach den Mühen von vorgestern hielt ich es für eine gute Idee, mal wieder entspannt auf glattem Grund zu laufen. Das im Wald erworbene Vorfuß-Aufsetzen hielt ich bei, machte aber längere Schritte. Zwischen km6 und 7 kam dann am rechten Unterschenkel doch ein deutliches Ziehen an der Stelle, wo der Wadenmuskel an der Achillessehne hängt. Ich beschloss, zu Fuß zur nächsten S-Bahn-Haltestelle zu gehen, die ca. 2km entfernt lag. Nach ca. 1km merkte ich, dass ich die nächste S-Bahn versäumen würde, wenn ich mich nicht beeilte. Ich ging vom Geh-Tempo in ein langsames Jogging-Tempo über und schon schmerzte die Achillessehne wieder. Da fiel mir der Wald ein und die kleinen Tippelschrittchen. Ich verkürzte meinen Schritt deutlich und erhöhte im Gegenzug die Frequenz, und schon konnte die Achillessehne aufatmen, obwohl ich noch viel deutlicher auf dem Vorfuß landete als in den ersten 7 Kilometern. Wenn die Sehne wieder vollständig beschwerdefrei ist, werde ich den nächsten Lauf auf Asphalt machen, und die kleinen Schritte beibehalten. Mal sehen, ob das als Präventivmaßnahme gegen eine Überlastung der Achillessehne ausreicht. Unmittelbar einsehbar ist aber, dass der immer gleiche Fußaufsatz auf der Strasse dazu beigetragen hat, diese punktuelle Belastung zu erzeugen. Im Wald hätte das nie passieren können, weil jeder Schritt anders ist als der letzte.
03.10.2011 12,5 Strasse, Feldwege, Wald (trocken) Heute habe ich eine meiner Hausstrecken mal von einer anderen Seite kennengelernt. Was ich sonst in 60 - 70 Minuten zurücklege, brauchte 110 Minuten und strengte doppelt so sehr an. Der Untergrund - wo die Strecke im Wald verläuft - ist übersät mit kleinen bis mittelgroßen Schottersteinen, zwischen denen kein ebener Platz für den Fußaufsatz zu finden ist. Dazu kommen Steigungen und Gefälle, die den Abdruck / Aufsatz fester / härter werden lassen. Das alles führt zur Notwendigkeit, mit dem Fuß ganz vorne sehr weich im Zehen-/Ballenbereich aufzusetzen, um im Notfall eine Berührung des Mittelfußes vermeiden zu können. Sehr anstrengend und auch für die Achillessehne und Wade eine echte Herausforderung. Durch das unebene Terrain kommt es allerdings zu keiner monotonen Belastung und dadurch gibt es trotz der "Stöckelschuh"-Fußstellung keine Überlastung des Unterschenkels, sondern "nur" eine starke Ermüdung. Wäre die Strecke noch länger durch diese Art unangenehmes Terrain gegangen, hätten meine Fußsohlen allerdings sgetreikt, da sie gegen Ende des Laufs immer empfindlicher wurden. Solche Läufe darf ich beim Entwicklungsstand meiner Sohlen nur ein Mal pro Woche machen!
01.10.2011 6.2 Wald (trocken) Heute gings mit kleinen Tippelschritten und entsprechend hoher Frequenz ganz prima. Ein Freund lief mit leichten Schuhen mit; er konnte durch die dünnen Sohlen seiner Mizunos den Untergrund schon deutlich spüren, dem ich unmittelbar ausgesetzt war. Auf einem geeigneten Teil der Strecke - erdiger Waldboden mit ganz fein gekörnten Steinchen - lief er dann auch mal barfuß und fand es angenehm. Nachdem wir dann auf einen Teil der Strecke mit größeren Steinchen kamen, konnte ich erkennen, wie weit ich bereits fortgeschritten bin: mir fiel ein vergleichsweise hohes Tempo (5er Schnitt) auf dem unangenehmen Grund nicht schwer und auch der Schmerz hielt sich in deutlichen Grenzen, er hingegen musste deutlich langsamer laufen, weil seine Fußsohlen noch lange nicht so fest und gepolstert sind, und den festeren Andruck beim höheren Tempo mit starken Schmerzen quittierten. Mir tat es gut, weil ich jetzt den direkten Vergleich zum Zustand meiner Sohlen noch vor zwei Monaten hatte. Gerade mal zwei Monate (= 23 Läufe, die wenigsten mit einer Länge größer gleich 10 km) hatte es gebraucht, um so etwas wie natürliche Laufschuhe, wenn auch noch ziemlich soft, wachsen zu lassen. Und gleichzeitig meine Wadenmuskulatur und Achillessehnen zu stärken, die jetzt bereits einen Zehen-/Ballen-Aufsatz über eine Strecke von über 5km ertragen und anschließend nicht schmerzen oder sauer sind. Es lebe die Natur!
28.09.2011 6 Wald (trocken) Wie vor drei Tagen: da ich mit dem Ballen stärker aufgetreten bin, hat dieser auch die Last der doch recht steinigen Waldwege abbekommen. Der Rest des Fußes fühlte sich - von wenigen nicht zu vermeidenden Kontakten abgesehen - recht wohl. Nun brauche ich einfach die Geduld, die Anpassungen abzuwarten. Die Achillessehne fühlt sich jedenfalls - jetzt, einige Stunden nach dem Lauf - deutlich besser an als vor drei Tagen. Ich hatte ihr einfach zwischenzeitlich immer wieder in den Gehpausen Gelegenheit zum Erholen gegeben. So muss es immer sein: einen Trainingsreiz setzen, der zur positiven Anpassung führt, nicht aber zur Überlastung. Genau jenen Punkt zu erkennen, ab dem aus dem Reiz eine Überlastung wird, und dann aufhören, das ist die Kunst erfolgreichen Trainings. Und die ist umso schwieriger, je mehr man von seinen Gewohnheiten (Laufen mit einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit und über bestimmte Streckenlängen) abrücken muss.
25.09.2011 6.2 Wald (trocken) Heute habe ich noch stärker versucht, alle Unebenheiten und scharfen oder spitzen Steine und Früchte mit dem Vorfuß zu "schlucken". Das wunderbare Ergebnis: der Rest des Fußes tat nicht mehr weh und brannte auch nicht mehr nach dem Laufen. Anders der Ballen und die Zehen: hier war die höhere Last deutlich zu spüren, ließ aber auch wieder nach. Einseitig habe ich auch eine leichte Achillessehnenreizung bekommen, die langsam nachließ. Ok, das ist der Preis für den deutlich veränderten Fußaufsatz. Die Achillessehne ist eindeutig der langsamste Teil, was die Anpassung betrifft, und mir liegt viel daran, sie ebenso schonend wie dauerhaft anzupassen. Ich werde daher je nach Gefühl beim Laufen regelmäßig Gehpausen einlegen, die eine schnelle und direkt Erholung von der Belastung ermöglichen. Geduld scheint die mit Abstand größte Tugend zu sein, die es bei Laufstil-Umstellungen braucht...
Positiv: das selbstgemachte Loch im Fuß (siehe 23.09.2011) ist komplett verheilt und nicht mehr spürbar.
23.09.2011 0,8 Strasse (trocken) Nachdem ich mir vorgestern mit Hilfe einer feinen Nadel einen kleinen Fremdkörper am Fuß entfernt hatte (und der Meinung war, das von mir erzeugte Loch wäre wieder zugewachsen und die Mini-Wunde wäre verheilt), musste ich heute leider feststellen, dass die Stelle noch empfindlich ist und bereits beim langsamen Laufen ein wenig blutete. Owohl ich eine recht aktuelle Tetanus-Impfung habe, möchte ich aber dennoch nicht riskieren, dass sich durch Verschmutzung eine Entzündung einstellt. Lauf daher abgebrochen und nach Hause gegangen. Was mir wichtig ist: das Löchlein im Fuß habe ich selbst größer und tiefer gemacht, um den winzigen Fremdkörper besser greifen zu können. Löcher dieser Art sind beim Laufen noch nie entstanden, noch nicht mal bei meinem Dorn (siehe "Bestechende Form"). Jetzt heißt es warten, die Fitness anderweitig aufrechterhalten und vielleicht die eine oder andere Kräftigungs- und Dehnungsübung machen.
21.09.2011 11 Strasse, Feldwege (trocken) Ich versuche immer mehr, den Fuß ganz weich aufzusetzen, indem ich auf Zehen und Ballen lande. Das belastet zwar die Waden, nicht aber die Achillessehne. Inzwischen kenne ich bei der Wadenmuskulatur den Unterschied zwischen dem Zwillings- und dem Schollenmuskel und kann beide gezielt spannen und spüren. So seltsam das klingen mag: ich habe den Eindruck, dass elastische Wadenmuskeln die Achillessehnen schonen. Dieser Lauf verlief zwar auf der gleichen Strecke wie der am 10. und 14.08., aber der Fußaufsatz ist spürbar weiter vorne. Das ist vergleichsweise ungewohnt und der eher glatte Belag hat dann schließlich auch am linken Zeigezeh zu einer kleinen Blutblase geführt. Ein zeichen, dass ich wirklich weit vorne den Erstkontakt mit der Strasse bekomme. Nun aber zum Laufstil: Passend zu meinem Beitrag "Natürlich laufen lernen" habe ich mich einfach in das Laufen eingefühlt und mich wo es ging nach vorne geneigt mit gestrecktem Rumpf. Wo es nicht ging, weil der Untergrund ein pickeliger, extrem erodierter Feldweg ist, habe ich mit allen verfügbaren Federwegen den Impact gedämpft und so selbst diesen grausamen Untergrund als sanft empfinden können. Ein anstrengendes Wunder, aber ein Wunder!!! Ich muss jetzt einfach nur dranbleiben und die "guten" Bewegungen selbstverständlich werden lassen.
19.09.2011 8 Wald (trocken) Trotz der gestern zugezogenen Waden-Reizung habe ich heute mit einem Freund einen Lauf über hügelige Waldwege gemacht. Hätte ich gewusst, wie viele Eicheln und Bucheckern inzwischen auf dem Boden liegen, hätte ich sicher eine andere Strecke vorgeschlagen. Mit extrem kleinen Tippelschritten und viel muskulärem Abfedern ließen sich aber alle unangenehmen Böden bewältigen und so wurde es ein ca. 1stündiger Lauf, der nicht nur durch den Wald, sondern auch quer durch Wiesen und über kleine Bäche führte. Ein wunderbares Training für Sohle und Fußmuskulatur. Die Rückkehr zum Haus schließlich wurde mit einigen hundert Metern glattem Asphalt so weich und angenehm wie Tiefschnee für den Skifahrer. Und meine Wade war nur ansatzweise unangenehm zu spüren. Da war er wieder: der Wald als Therapeut.
18.09.2011 5 Strasse (trocken) Heute habe ich die Lauf-Anteile erhöht und die Geh-Anteile reduziert. Das federnde Vorfußlaufen fühlte sich wirklich gut an bis...
...die Treppe kam, die ich mit deutlichem Wadenabstoß hochlaufen wollte. War wohl etwas viel Abstoß, denn meine linke Wade brannte plötzlich und ich wusste, dass ich ab da nach Hause gehen musste, wollte ich ein schnelles Ausheilen nicht verhindern. Schade, aber ich merkte, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Lediglich der Übermut bringt immer wieder Kummer...
17.09.2011 5 Strasse (trocken) Nachdem ich mir beim Laufen mit den FiveFingers (und Vollfuß-Aufsatz) sowohl einen Bluterguss am Mittelfuß geholt als auch die Achillessehne rechts stark gereizt hatte, habe ich erst mal alles auskuriert und überlegt, wie man solcherlei Probleme vermeiden kann. Die prominenten Barfußlauf-Autoren Sandler und Co. propagieren den Vorfuß-Lauf. Sandler geht sogar soweit, das Aufsetzen mit Zehen und Ballen zu empfehlen. Bereits vor über eineinhalb Jahren hatte ich beim Vorfußlaufen mit Wadenproblemen zu kämpfen und bin so überhaupt erst zum Mittelfußlauf gekommen, siehe Gehts auch sanfter? Die Entdeckung des Injury-free-Running.... Nun aber war - wollte ich Schläge auf den Mittelfuß aktiv vermeiden - das federnde Laufen über den Zehen- und Ballen-Erstkontakt nicht zu umgehen. Aus diesem Grund bin ich auch heute immer nur ca. 300m gelaufen und dann wieder ein Stück gegangen, um immer wieder eine Erholung der Waden zu ermöglichen. Erstaunlicherweise fühlten sich beide Achillessehnen dabei recht gut an.
06.09.2011 6.2 Wald (trocken) Wieder meine Waldstrecke, diesmal aber schon mit 5:40er Schnitt. Ein Vereinskollege, der mit dem Fahrrad unterwegs war, begleitete mich für ca. 1,2 km. Beim Schwätzen konzentrierte ich mich nicht auf das Gefühl in der Sohle, und schon ging es mit weniger Schmerz voran, vor allem deutlich schneller. Welt im Kopf! Und die Nachwirkungen des Halbmarathons von vorgestern waren anschließend wie weggeblasen. Heilung durch Dr. Wald!
03.09.2011 6.2 Wald (trocken) Wieder die selbe Strecke im Wald, weil es so schön ist, wenn sie mit jedem Mal weniger schmerzt. Heute habe ich mich auf den letzten 700m an einen schnelleren Läufer gehängt = ziehen lassen. Der größte Teil dieser "Zieh-Strecke" war vergleichsweise glatt, so dass es nicht so arg schwer war, schneller zu laufen. Die höhere Geschwindigkeit schien der Fußsohle sogar gut zu tun, als ob der Eindruck, den die Steinchen verursachen, leichter und (das ist auf jeden Fall wahr:) kürzer ist.
Zum Laufstil: der tastende Stil (mit Zehen und Ballen aufkommen, um den Fuß frühzeitig über notwendige "Ausgleichs-Verformungen" zu informieren) geht deutlich desser, wenngleich ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der Aufsatz schon spürbar vor dem Körperschwerpunkt kommt. Es strengt auch mehr an, so zu laufen, ist aber für die Sohle wesentlich angenehmer. Schmerz-Level statt 80% nur noch 40%, vor allem wenn das Knie leicht gebeugt ist und somit ebenfalls mithilft, den Impact zu verringern. Aber diese Effizienzminderung ist vielleicht der Preis, den der Barfußläufer zahlen muss, wenn er gar keine stoffliche Hilfe mehr möchte.
Für die Knie ist das Ergebnis jedenfalls phantastisch: keinerlei Beschwerden mehr, und auch Achillessehne und Waden fühlen sich gut, obwohl diese doch viel mehr Dämpfung leisten als wenn der Mittelfuß unter dem Körper aufsetzt. Aber vielleicht ist es gerade das sanfte "Vorspannen", wenn man mit den Zehen zuerst den Boden berührt, das zu einer Verringerung der Belastung der unteren Extremitäten führt.
01.09.2011 6,2 Wald (trocken) Die selbe Strecke wie am 28.08., nur war sie heute trocken. Stellenweise konnte ich mir vorstellen, dass die Eindrücke in der Fußsohle keine Schmerzen, sondern wichtige Informationen sind, zumal sie zwar von starken kleinflächigen Belastungen herrührten, nicht aber von Verletzungen. Hatte ich am 28. einen 7:00 Min/km Schnitt erreicht (der sich aus sehr langsam gelaufenen Schotter-Strecken und schnelleren Waldboden-Stücken zusammensetzte), so war es heute bereits ein 6:30er Schnitt, woran ich erkennen kann, dass ich so langsam "ins Rollen" komme. Die Fußsohlen brannten zwar spürbar intensiver nach dem heutigen Lauf, aber schon 3 Std. später fühlten sie sich nur noch "gut massiert" an und später wieder normal.
28.08.2011 6,2 Wald (nass) Eine wunderbare Zeit, in der sich bei jedem Lauf noch so viel ändert! Heute habe ich ausprobiert, wie ich schneller traben kann, ohne dass dadurch der Aufprall härter wird. Den Fuß mit den Zehen zuerst vor dem Körperschwerpunkt aufsetzen und dem Boden soft angepasst über den Ballen langsam Druck bekommen, notfalls durch das etwas stärker gebeugte Knie den Aufprall weiter abfedern. Das strengt zwar deutlich mehr an als der effiziente Aufsatz des Fußes unter dem Körperschwerpunkt, erzeugt aber eine fließendere, weichere Landung, die sich richtig gut anfühlt. Man bekommt den Eindruck, der Boden könne einem nichts mehr anhaben, weil man ihn (mir fällt kein besseres Wort ein) annimmt. Auf diese Weise habe ich heute ein Jogger-Pärchen überholen können, die mir hinterherriefen: "barfuß - das ist stark". Ich war richtig stolz. Das Brennen der Fußsohlen hielt auch heute wieder nicht lange an, was auf die zunehmende Gewöhnung schließen lässt. So seltsam es klingt: auch wenn der Wald immer noch piekst wie Sau, es macht mir trotzdem mehr Spaß, dort barfuß zu laufen als auf Asphalt. Und das mit dem Fußaufsatz vor dem Körperschwerpunkt hat mit dem verpönten Fersenlauf genau gar nichts zu tun; wenn der Fuß das Maximum des sanft zunehmenden Drucks spürt, ist er - optimal dem Boden angepasst - schon unter bzw. hinter dem Körperschwerpunkt!
26.08.2011 6,2 Wald (nass) Meine Waldrunde: heute habe ich sie zum ersten Mal vollständig entlangtraben können. Das Verhältnis von Schmerz in der Sohle zum Wohlgefühl war streckenmäßig leider noch sehr ungleich verteilt: 90% der Strecke war unangenehm bis schmerzhaft, 10% war angenehm und weich, so wie wenn ich barfuß auf glattem Asphalt laufen würde. Heute kam noch die Nässe hinzu, durch die meine Sohlen noch ein wenig weicher und vielleicht auch empfindlicher wurden. Das Endergebnis aber ist die intensive körperliche Erfahrung, dass mich nun kein Gelände in der Umgebung mehr erschrecken kann, denn im Wald gibt es fein- bis grobkörnigen Belag, Eicheln und andere harte Pflanzenteile, Schotter und noch gröbere Steine. Und auf all diesen Quälgeistern kann ich inzwischen laufen, wenn auch mit sehr unangenehmen Empfindungen. Diese anders als Schmerz zu interpretieren wird die Aufgabe der kommenden Wochen sein, deren Erledigung auf wundersame Weise von alleine geschehen wird, ebenso wie der Aufbau eines robusteren Sohlen-Gewebes. Vergleiche ich meine heutige Robustheit mit dem Zustand am Tag meines ersten Barfußlaufs vor 4 Wochen, so habe ich mich bereits stark weiterentwickelt und freue mich riesig darüber.
22.08.2011 6,2 Wald (leicht feucht) Gleiche Strecke wie gestern, allerdings bin ich heute ca. 2/3 der Strecke leicht getrabt. Der Schmerz in der Fußsohle war ziemlich der gleiche wie gestern und ich frage mich, ob dies bereits eine Anpassung ist oder ob der Schmerz gar nicht zunimmt, wenn man schneller unterwegs ist. Auch heute war wieder nach dem Laufen so gut wie kein Brennen der Fußsohle zu spüren. Wenn dieses Brennen bei meinem nächsten Strassenlauf doch wieder bemerkbar ist, würde dies bedeuten, dass der schmerzhaftere Waldboden für den Fuß angenehmer ist (vielleicht weil die unendlich vielen punktförmigen Druckbelastungen sich doch gut verteilen). Falls mir auch beim Strassenlauf die Sohle nicht mehr brennt, habe ich vielleicht einen Fortschritt in der Anpassung an das Barfußlaufen erreicht.
Lustiger Vorfall im Wald: ein anderer Läufer überholte mich, deutete auf meine nackten Füße und fragte mich dann, ob ich "Born to run" (siehe mein Beitrag wir sind alle Navigatoren) gelesen hätte...
21.08.2011 6,2 Wald (trocken) Heute stand das Training der Fußsohle auf rauherem Terrain auf dem Programm. Die ca. 6 km bin ich aber zu Fuß gegangen, um mich langsam an die vielen kleinen harten Steine zu gewöhnen. Nach etwa 45 Minuten musste ich der Versuchung widerstehen, in einen leichten Trab zu verfallen, da sich die Füße langsam an die Bodenverhältnisse angepasst hatten. Das nach meinen bisherigen Läufen feststellbare Brennen der Fußsohlen hatte ich eigenartigerweise fast gar nicht, obwohl das Gehen im Wald deutlich schmerzhafter war als das Laufen auf Strasse oder Feldweg.
19.08.2011 5 Strasse (trocken) Fast die gleiche Strecke wie mein allererster Barfuß-Lauf. Fast: heute habe ich ein Stück durch den Wald gewählt, welches ich am 29.07. noch auf der parallel verlaufenden Strasse zurückgelegt habe. Ein langsames Traben auf dem Waldweg war schon möglich! Außerdem fühlten sich die Steinchen auf den Gehwegen nicht mehr so hart an. Ich konnte schon etwas schneller laufen, ohne gleich mein "Schuh-Tempo" zu erreichen.
15.08.2011 2,5 Feldwege (trocken) Wie am 05.08. das Joggen zu einem Treffen, allerdings über rauheres Terrain. So ganz allmählich werden die Sohlen robuster und Schmerz-unempfindlicher.
14.08.2011 11 Strasse, Feldwege (zu gleichen Teilen trocken und nass) Heute ging es schneller, allerdings haben auch die Fußsohlen hinterher länger gebrannt. Die rauhen Asphalt-Beläge haben mir weniger ausgemacht, und es haben auch weniger oft Steinchen gepiekst. Nach Strecken mit sandig-feinkörnigem Belag habe ich verzichtet, die Sohle abzuwischen, sondern die Piekser innerhalb von 50 Metern von allein abfallen lassen. Sogar auf den maximal schmerzhaften von Erosion scharfkantig gewordenen Streckenteilen konnte ich schon ganz langsam Traben statt zu Fuß gehen. Ich denke, der Fortschritt kommt langsam, ist aber schon deutlich fühlbar.
10.08.2011 11 Strasse, Feldwege (trocken) Aller Anfang ist schwer, so auch jeder Barfuß-Lauf. Bis sich die Sohle an die Belastung gewöhnt hat, vergehen immer zwischen 2 und 3 km. Danach ist es erträglich und von der ganzen Bewegung her sehr harmonisch. Heute war ich mit einer Geschwindigkeit von unter 6 Min/km unterwegs. 2 Std. nach Ende des Laufs brennen die Sohlen noch leicht, nach 4 Std. ist alles wieder normal. Ich merke schon wieder, dass mir die Entwicklung nicht schnell genug geht und muss mich bremsen. Die Barfuß-Läufe müssen unbedingt als Erlebnisse angegangen werden, die man langsam genießen sollte statt als Schwerkraft-basiertes lockeres Traben, bei dem dann doch ein 4:40er Schnitt rauskommt. Der tut noch viel zu weh in der Sohle!
07.08.2011 20 Strasse, Feldwege (durchgehend nass) Der erste lange Lauf ohne Schuhe. Ca. 6:15 Min/km. Bei km7 einen Dorn (sah aus wie ein Rosenstachel) in den rechten Ballen getreten. Nach 3 Schritten, als der Schmerz nicht nachließ, nachgesehen und den Dorn rausgezogen. Hat nicht geblutet und nach weiteren 500m auch nicht mehr weh getan. Voller Euphorie zu Hause angekommen. Die Hornhaut wurde nicht so stark abgetragen wie ich das auf diese Länge befürchtet hatte. Immer wenn ich nicht nur auf feuchtem, sondern auf richtig nassem Untegrund gelaufen bin, kam mir die Sohle weicher vor, so dass auch rauhe Untergründe nicht schmerzhaft waren. Eine richtig tolle Erfahrung. Und das Wasser hat angenehm gekühlt. Ich merke, wie sensibel der Fuß mit punktförmigen Stichen von Steinen inzwischen umgehen kann. Wenn das so weiter geht, kann ich auch bald im Wald laufen. Das leichte Brennen der über 125 Min. belasteten Sohlen klingt noch am selben Tag ab.
05.08.2011 2,5 Strasse (trocken) Kein Lauf im üblichen Sinne, sondern nur die Gelegenheit genutzt, zu einem Treffen zu Fuß und wieder heim zu joggen. Ich hatte aber den Eindruck, dass ich kleine Steinchen schon ein wenig besser vertrage. Auch ist es möglich, dass sich die Zusammensetzung der Hornhaut verändert: es bleiben inzwischen nicht mehr ganz so viele klitzekleine Steinchen hängen, die dann . bis ich sie abgestreift habe - immer an der selben Stelle nerven.
03.08.2011 10 Strasse (zeitweise nass) Hatte heute den Eindruck robusterer Fußsohlen. Waren furchtbar dreckig, bis ich in den Regen gekommen bin. Nach dem Laufen auf nassem Boden kam ich mit fast sauberen Füßen an, deren Sohlen entgegen meinen Erwartungen nicht übermäßig abgeraspelt waren. Bis ich aber damit mal im Wald laufen kann, muss ich mich doch noch arg gedulden. Momentan könnte ich im Wald maximal 20% der Wege laufen, den Rest müsste ich vorsichtig gehen. Vielleicht ist das meine künftige Aufgabe: aus dem 20% ganze 100% machen...
30.07.2011 10 Strasse (trocken) Heute habe ich deutlich gemerkt, warum Michael Sandler dem Barfußlauf-Anfänger den dringenden Rat gibt, viel viel langsamer als mit Schuhen zu laufen. Je schneller man auf rauhem Grund läuft, umso schneller schabt sich die Hornhaut ab. Meine Fußsohlen waren stellenweise richtig jungfräulich rosa. Außerdem hat es an mehreren Stellen winzige punktförmige Blutungen (diese allerdings schon zu Beginn des Laufs) gegeben, die dann später von einer enormen Dreckschicht (Straße, Feldwege) zugedeckt wurden. Angst vor Wundstarrkrampf darf man nicht haben, wenn man das Barfußlaufen beginnt. Dennoch war es auch heute wieder ein herausragendes Ereignis!
29.07.2011 5 Strasse (trocken) Erster richtiger Barfuß-Lauf! Ein unglaubliches Gefühl! Soft ohne Ende und genial geschmeidig. Bloß dort, wo der Boden steinig wird, noch extrem gewöhnungsbedürftig! Wo es ganz heftig wurde, bin ich zu Fuß gegangen. Das ging :-)
Nach oben
Die Tagcloud zeigt alle in den Beiträgen markierten Begriffe an, die insgesamt mindestens 25 mal verwendet wurden. Je größer ein Begriff erscheint, desto öfter wurde er insgesamt verwendet.
Die Intensität der Farbe rot zeigt an, wie oft ein Begriff im gerade anzeigten Beitrag verwendet wird.
Der Klick auf einen Begriff führt zur Tag-Suche.
Alle Begriffe sind in der großen TagCloud zu sehen.
achillessehne arm asphalt aufprall ballen barfuß bein belastung bewegung boden bodenkontakt buch chirunning druck dämpfung eis energie erfahrung feder ferse fivefingers form freude fuß fußaufsatz fußsohle fähigkeit füße gefühl gelenk geschwindigkeit gewicht haltung haut heggie hüfte kalt kamera knie kopf kraft körper lauf laufen laufstil leben läufer marathon mensch methode muskel natur neigung reiz rücken sandale schmerz schnee schnell schotter schritt schuh schulter schwerkraft sehne sohle sole runner spaß stein strecke technik tempo training uhr untergrund unterschenkel verletzung vorfuß vortrieb wade wahrnehmung wald wasser weg weich welt wettkampf zehen zeit ziel überlastung
Beiträge
Nach oben