Wie kommt man zu gut gedämpften Füßen?
Stichwort:

Wer nicht hart auf den Knochen laufen will, braucht Pads

Als Pad bezeichne ich die elastische Fettgewebeschicht, die sich unter jenen Stellen des Fußes bildet, die dem härtesten Impact ausgeliefert sind, vor allem am Ballen, an der Fußaußenseite im Bereich des Kleinzehengrundgelenks und - in geringerer Dicke - auch an den Zehen. Pads verteilen ebenso wie die Dämpfungselemente eines Laufschuhs den Druck auf eine größere Fläche, wodurch der Knochen unter dem Pad geschützt wird.

Wie baut man Pads auf?

Wie bei jedem Training ist ein Reiz erforderlich, auf den der Körper mit einer Anpassung reagiert. Damit der Reiz aber nicht zu intensiv wird und man den Spaß am Laufen verliert, gibt es die Möglichkeit, sich langsam an die Druckreize zu gewöhnen.

Pads trainieren mit Minimal-Schuhen

Hierzu geeignet ist die immer weiter gehende Reduzierung der Sohlendicke bei Schuhen, beispielsweise beginnend bei Nike Free oder Brooks PureDrift, dann zu Vibram FiveFingers übergehend und schließlich bei Huaraches mit dünner Sohle (4 mm) endend. Mit abnehmender Sohlenstärke und Dämpfung wird die Druckbelastung durch Steine oder ähnlich feste Unebenheiten immer größer, worauf der Körper durch Ausprägung der Pads reagiert. Minimalschuhe helfen auch, im Winter die Pads zu erhalten, wenn es wegen der frostigen Temperaturen nicht gefahrlos möglich ist, barfuß zu laufen.

Pads trainieren durch Barfußlaufen

Selbstverständlich lassen sich dicke Pads auch einfach durch barfüßiges Laufen erwerben, wenn man bereit ist, Schmerzen bis zu einem gewissen Grade zu ertragen. Man nehme einen abwechslungsreichen Untergrund (am besten Waldboden mit Wanderwegen), der auch unangenehme Strecken enthält (geschotterte Teilstrecken). Die unangenehmen Teilstücke bitte langsam und mit viel Federn entlangtraben. Wenn die Sohlen so viele Spitzen und Kanten abbekommen haben, dass sich auch das Laufen auf glattem Untergrund nicht mehr angenehm anfühlt, sollte der Lauf beendet werden! Sicherheitshalber daher ein paar leichte Schuhe mitführen, die man anziehen kann, wenn der Weg nach Hause noch weit ist.

Der nächste Barfußlauf dieser Art wird erst begommen, wenn sich die Sohle komplett erholt hat. Komplett erholt ist deshalb so wichtig, dass der Prozess der Verstärkung des Gewebes nicht gestört wird.

Wann ist aber komplett erholt? Ganz einfach: wenn man beim barfüßigen Gehen keine unangenehmen Empfindungen mehr hat und die Lust auf einen Barfußlauf wieder da ist. Wenn man sich auf diese Weise Zeit lässt und sich nicht durch Trainingspläne oder den Stress, eine Wettkampfform zum Zeitpunkt X erreicht haben zu müssen, verunsichern lässt, verringert sich mit der Zeit die Anzahl der trainingsfreien Tage und man kann immer öfter laufen oder auch mal die Strecke verlängern.

Warnung vor kaltem Boden

Wovor ich schon bei der Lauftechnik (Fußsohle nicht ruinieren!) hingewiesen habe, gilt auch für die Pads: bei kalten Temperaturen und verdächtig nachlassender Sensibilität: den Lauf beenden!
Hat man erst mal seine Pads auf Schotter wie mit einem Fleischklopfer "weichgeknallt", danken diese es einem durch tagelanges Brennen. Also auch hier: nicht zu schnell zu viel erreichen wollen!

Dieser Artikel ist Teil der Serie Wie wird man Barfußläufer?
Weiter zum nächsten Artikel der Serie: Wie kommt man zu einer robusten Sohle?
Zurück zum letzten Artikel der Serie: Muskelaufbau für Barfuß-Läufer
Nach oben
Die Tagcloud zeigt alle in den Beiträgen markierten Begriffe an, die insgesamt mindestens 25 mal verwendet wurden. Je größer ein Begriff erscheint, desto öfter wurde er insgesamt verwendet.
Die Intensität der Farbe rot zeigt an, wie oft ein Begriff im gerade anzeigten Beitrag verwendet wird.
Der Klick auf einen Begriff führt zur Tag-Suche.
Alle Begriffe sind in der großen TagCloud zu sehen.
achillessehne arm asphalt aufprall ballen barfuß bein belastung bewegung boden bodenkontakt buch chirunning druck dämpfung eis energie erfahrung feder ferse fivefingers form freude fuß fußaufsatz fußsohle fähigkeit füße gefühl gelenk geschwindigkeit gewicht haltung haut heggie hüfte kalt kamera knie kopf kraft körper lauf laufen laufstil leben läufer marathon mensch methode muskel natur neigung reiz rücken sandale schmerz schnee schnell schotter schritt schuh schulter schwerkraft sehne sohle sole runner spaß stein strecke technik tempo training uhr untergrund unterschenkel verletzung vorfuß vortrieb wade wahrnehmung wald wasser weg weich welt wettkampf zehen zeit ziel überlastung
Beiträge
Nach oben