Wie kommt man zu einer robusten Sohle?
Stichwort:

Was zeichnet eine robuste Sohlenhaut aus? Sie ist

  • dick und fest
  • relativ stich- und schnittfest
  • nicht rissig
  • nicht von Hornhaut bedeckt (!)
Wie bitte: keine Hornhaut?

Wenn mich Leute ansprechen, die mich im Wald barfuß laufen sehen, entsteht oft der typische Dialog:

"Da haben Sie aber ne dicke Hornhaut, oder?",

worauf ich immer antworte:

"Im Gegenteil! Hornhaut ist tote Haut, die beim Kontakt mit rauhen Oberflächen abgerieben wird. Der Waldboden ist besser als jeder Bimsstein (mit dem die VerfechterInnen schöner Füße für eine Modemagazin-taugliche Erscheinung der Fußunterseite sorgen).". Das Eingeklammerte denke ich nur.

"Aber wie schützen Sie sich denn dann vor Verletzungen?"

ist dann die regelmäßig zweite Frage. Ich antworte:

"Die durchblutete Sohlenhaut wird mit der Zeit von alleine dicker und fester. Sie kann den Fuß viel besser vor Verletzungen schützen als eine tote Hautschicht, die sich nicht gegen Fremdkörper schützen kann. Wenn Sie mir das nicht glauben: haben Sie schon mal einen Hund mit dicker Hornhaut gesehen?".
Das überzeugt dann offensichtlich.

Was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann: die Haut wird fester und kompakter, ohne an Elastizität zu verlieren. Der Weg zu meinem Lieblingswald führt über Park- und Feldwege, auf denen sich Sand, Split, kleine Steinchen und auch Glassplitter sammeln. Die pieksenden Quälgeister sind zwar nervig, ich habe aber trotzdem schon seit langem keine Stich- oder Schnittverletzungen mehr erlitten, was eindeutig auf die Festigkeit meiner Sohle zurückzuführen ist. Mein Erlebnis mit einem Dorn (Bestechende Form) ist bald auch schon zwei Jahre her; seitdem ist nichts Derartiges mehr passert.

Was muss man tun, um die Sohle zu verstärken?

Angeblich kriegt das unser Körper dadurch hin, dass der Sohle Wasser entzogen wird. Die Sohle - speziell die Haut der Sohle - benötigt dafür einen Trainingsreiz. Hierzu ist es nötig, ganz ohne Schuhe zu gehen oder zu laufen, und dabei im Laufe der Zeit immer rauhere Oberflächen zu wählen. Eine mögliche Steigerung: man beginnt bei Rasen oder feinem Sand, nimmt danach glatten Asphalt, geht über zu rauhem Asphalt, läuft dann über Waldwege mit organischen Unebenheiten (Ästchen, Eicheln, Bucheckern), bis man in der Lage ist, auf geschotterten Stecken zu laufen. Dabei ist es wichtig, dass die Unebenheiten möglichst rauh sind, auch wenn sie nicht hoch aufragen. Ein grobkörniger Boden fördert die Entstehung einer festen Sohle besser als das Laufen in einem Kiesbett (welches aber für die Pads Trainingsreize setzen kann).

Wichtig ist insbesondere, dem Körper die für die Anpassung benötigte Zeit zu geben. Dies kann man durch lauffreie Tage erreichen oder auch durch zwischenzeitliches Laufen mit (leichten) Schuhen.

Auch hier wieder: Warnung vor Kälte und Nässe

Wie beim Training der Pads ist es auch für die Fußhaut wichtig, sie nicht durch schlechte Bedingungen aufs Spiel zu setzen, wie das bei kalter Witterung oder nassem Boden der Fall ist. Man spürt die Entstehung von Blasen und offenen Stellen einfach nicht mehr.
Mein schlimmstes Erlebnis (aus Schaden wird man klug!) war eine offene, blutende Stelle von der Größe einer kleinen Briefmarke an der Unterseite der Großzehe, die ich erst sah, als ich wieder zu Hause angekommen war. Abgesehen von den später einsetzenden heftigen Schmerzen war für die nachfolgende Woche das Laufen gelaufen. Wenigstens musste ich mir dank bestehender Tetanus-Schutzimpfung keine Gedanken über eine Wundstarrkrampf-Infektion machen.
Also: Aufpassen, wenn es draußen kalt und nass ist!

Mit diesem Artikel endet die Serie Wie wird man Barfußläufer?
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