Natur

Wir laufen ohne technische Unterstützung durch die Natur. An den Füßen tragen wir keine Schuhe und unsere Kleidung ist einfach. Den Boden spüren wir deutlich. Wo er steinig ist, fühlt sich das unangenehm, aber nicht schmerzhaft an. Wo er glatt, weich oder feucht ist, nehmen wir ein angenehmes Gefühl durch die Sohle wahr. Ob angenehm oder nicht, allein die Tatsache, dass wir es zulassen, eine so intime Verbindung mit dem Boden einzugehen, bringt pure Freude. Was uns die Sohlen und Sprunggelenke, die Bänder und Sehnen der Füße zurückmelden, fließt ohne lästiges und langsames Nachdenken in unsere Ganzkörperbewegung ein und verschmilzt zu einem harmonischen Erlebnis des "Selbst Könnens".

Es hat länger gedauert, bis mir die Wahrnehmung dieser reinen Freude gelingen konnte. Zu sehr war mein Körper schon an die kleinen technischen Helfer angepasst, die wir als Produkte kaufen können: dämpfende Schuhe, beratende Pulsuhren, unser Training steuernde Algorithmen irgendeines Programms.

Wie ein Junkie, der über seinen permanenten Konsum irgendwann an einen Punkt kommt, wo ihn das Unbehagen oder gar das nackte Grauen packt, fühlte ich vor einiger Zeit, dass an meinem Laufen was nicht stimmen kann, und begann, mich der Natur langsam zu nähern. Ich beschreibe diesen Prozess in diesem Blog und möchte Euch somit an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Für Ungeduldige habe ich einen Zeitstrahl erstellt, der die wichtigsten Stationen meines Weges in Kurzform beschreibt.

Ergebnis meiner Rückkehr zur Natur ist eine beglückende Steigerung der Eigenwahrnehmung beim Laufen, verbunden mit einer erheblich geringeren Anfälligkeit für Verletzungen. Mein Laufen hat sich von einem Fitnesssport über einen Wettkampfsport zu einem Meditationssport entwickelt, der mir eine positive Grundstimmung und eine große innere Ruhe gibt, die ich vielen meiner Mitmenschen wünsche, die sich in den Hamsterrädern der heutigen Zeit verausgaben.

Für einen Menschen in einem extrem technisierten Umfeld mag es das letzte Abenteur sein, sich so lange ungeschützt wieder auf die Natur (Bodenkontakt mit nackten Füßen) einzulassen, bis deutlich spürbar wird, wie sie uns trägt, fördert und heilt. Ich möchte euch animieren, das Wagnis ebenfalls einzugehen, damit ihr beurteilen könnt, ob das auch Euer Weg sein könnte. Lasst die Natur in Euch wieder stärker werden, bis sie Euch umhüllt wie ein Kokon, in dem Euch nichts mehr passieren kann!

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